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| IMC Wiki | Fuß

Fuß

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Füße unterscheiden sich in Form und Funktion grundsätzlich von den Händen. Dienen letztere vor allem der Greiffunktion, haben Füße die Aufgabe des Stehens und Gehens. Dementsprechend haben sich Formen und Proportionen und damit auch der Charakter der Erkrankungen und Verletzungen in der Evolution verändert. Entsprechend ihrer Formen und Funktionen unterscheiden sich die Prinzipien der Therapie von denen der Hände.

Anatomie und Physiologie

Die lokomotorische Einheit Fuß besteht aus den Knochen mittlere und distale Tibia und Fibula, den Fußwurzel-, Mittelfuß- und Zehenknochen, den zahlreichen Gelenken, Bändern, Muskeln, Blut- und Lymphgefäßen und Nerven, analog den Händen, jedoch entsprechend den eingeschränkten Funktionen im Vergleich zu diesen.
Füße von oben (links) und unten: #pic#
  1. Phalanx distalis
  2. Phalanx media
  3. Phalanx proximalis
  4. Ossa metatarsi I-V
  5. Os cuneiforme
  6. Os naviculare
  7. Calcaneus
  8. Os cuboideum
  9. Tuberositas ossis metatarsalis V
  10. Sulcus tendinis musculi fibularis longi auf Tuberositas ossis cuboidei
  11. Processus lateralis (Tuberculum tibiale)
  12. Tuber calcanei
  13. Processus medalis (Tuberculum fibulare)
  14. Processus posterior tali
  15. Sulcus tendinis musculi flexoris hallucis longi am Sustenaculum tali
  16. Caput tali
  17. Tuberositas ossis naviculare
  18. Os cuneiforme (I-III)
  19. Tuberositas ossis metatarsi I
  20. Ossa sesamoidea
  21. Phalanx distalis, media, proximalis

Erkrankungen und Verletzungen

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Das Schicksal des Fußes ist seine Vernachlässigung (E. Brug). Weit peripher gelegen, entzieht er sich der Aufmerksamkeit. Je mehr Aufmerksamkeit dem Schuhwerk gewidmet wird, desto beklagenswerter ist oft der Zustand. Lange haben die Ärzte die Behandlung Fußkranker den Fußpflegern überlassen. Nach Verletzungen war der Orthopäde gefragt. Gehhilfen und Spezialschuhe mussten abhelfen. Heute hat sich der Fuß etabliert. Erkrankungen und Verletzungen werden wie die der Hände ernst genommen und die fehlerfreie Geh- und Stehfunktion angestrebt. Es gibt heute Fußspezialisten für die Füße, so wie die Handchirurgen für die Hände. Sie nehmen sich dieses Bereiches mit den besten Resultaten an: "Nichts ziert den Menschen mehr als ein schöner Fuß" (J. W. Goethe).

#pic#
Erkrankungen des Fußes betreffen vorwiegend Gicht und Rheumatismus, Osteomyelitis, Tumoren und Tendopathien.

#pic#
Frakturen und Luxationen sind relativ häufig, da Füße und Fußgelenke durch das gesamte Körpergewicht belastet sind.

Tumoren

#pic#
Maligne Tumoren der lokomotorischen Einheit Fuß sind relativ häufig, benigne selten. Im Bereich der Tibia machen Osteosarkome rund ein Drittel aller dort lokalisierten Tumoren aus, an der Fibula Ewing Sarkome und Osteosarkome je rund ein Viertel. Im Bereich der Tarsus steht das Osteoblastom mit rund einem Viertel, im Bereich der Metatarsus und Phalangen das Chondrosarkom mit nahezu einem Drittel an der Spitze der Häufigkeit.

Metabolische Läsionen

Diabetes

Definition: #pic# Durch Diabetes mellitus hervorgerufene pathologische Veränderungen in der lokomotorischen Einheit Fuß.

Pathogenese:
Diabetische (mikroangiopathische) Gefäß- und Nervenschäden führen zu herabgesetzter sensibler Belastungskontrolle und verminderter Gewebedurchblutung mit Nekrosen und Ulzera.

Therapie:
Einstellung des Zuckers, Schuhe nach Maß

Infektionen

#pic#
Infektionen des Fußes verlaufen nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie an den Händen. Diagnostik und Therapie unterscheiden sich nicht. Die operative Therapie berücksichtigt die geringere funktionelle Bedeutung der Zehen gegenüber den Fingern. Übertriebene rekonstruktive Verfahren sind kontraindiziert, wenn auch grundsätzlich die Erhaltung der anatomische Strukturen von großer Bedeutung ist.

Fehlbildungen

Hallux valgus

Definition:
Subluxation des Großzehengrundgelenkes mit Abweichungen nach lateral und Varusstellung des Metatorsale I, häufig als Folge eines Spreizfußes (s. u.).

Therapie:
Beseitigung des Spreizfußes, Resektions-Interpositions-Arthroplastik, Osteotomien

Spreizfuß

Definition:
Senkung des Fußgewölbes infolge Überlastung (Übergewicht), Rheumatismus und familiärer Belastung, vielfach gefolgt von der Entwicklung eines Hallux valgus

Therapie:
konservativ durch retrokapitale Abstützung

Hallux rigidus

Definition:
Beugekontraktur des Großzehengrundgelenkes und Arthrose

Therapie:
- konservativ durch Schuheinlagen
- operativ durch Resektions-Interpositions-Arthroplastik (Brandes)

Klavus (Hühnerauge)

Definition:
Hornhautschwiele über knochenprominenten Gelenken durch chronischen Druck von außen (Schuhe)

Therapie:
passendes Schuhwerk, lokale Exzision

Dornwarze (Verruca plana)

Definition:
in die Tiefe wachsende Hautläsion, hervorgerufen durch DNS-Viren an besonders gewichtsbelasteten Stellen

Therapie:
Auskratzen der Läsion

Unguis incarnatus

Definition:
eingewachsener Zehnagel

Therapie:
Teilexzision und Geradeschneiden, bei sekundären Infekten (Paronychien) Entfernung des Nagelfalzes und des seitlichen Nagels (Emmert-Plastik)

Dorsaler Fußhöcker

Definition:
durch Knochen hervorgerufene Prominenz am Fußrücken

Therapie:
keilförmige Resektion

Hammer- und Krallenzehen

Definition:
fixierte Beugestellung im Zehenendgelenk bei gestrecktem Grundgelenk bzw. Überstreckung im Grundgelenk bei Beugung im Mittel- und Endgelenk

Therapie:
- konservativ: Maßschuhe
- operativ: Resektionsarthroplastik

Tarsaltunnelsyndrom

Definition:
analog dem Karpaltunnelsyndrom der Hand: Kompression des N. tibialis im Tarsaltunnel des Innenknöchels

Therapie:
konservativ oder Entlastungsoperation (Tunnelspaltung)

Achsdeformierungen des Unterschenkels

Definition:
Deformierung der Unterschenkelachse an einem oder mehreren Abschnitten des Unterschenkels infolge angeborener oder erworbener Erkrankungen

Charakteristik:
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Gliedmaßendefekte (Tibia- oder Fibulaaplasie oder Hypoplasie)
  • Skelettdysplasien
  • Lähmungen
  • Epiphysenwachstumsstörungen
  • Tumoren
Resultat:
  • Crus valgum
  • Crus varum
  • Crus anticurvatum
  • Crus recurvatum
Therapie:
Behandlung der Grundkrankheit, z. B. Rachitis, Korrekturosteotomien

Osteochondrosis dissecans des Talus

Definition:
aseptische Knochennekrose des Talus, vielfach mit Ablösung von Dissektaten

Therapie:
mechanische Entlastung, arthroskopische Ausräumung, Spongiosaplastik

Fehlbildungen - Fußgewölbe

Die natürliche Variationsbreite der Füße ist groß, die Grenzen zum Pathologischen sind fließend. Die klinisch bedeutsamen Fehlbildungen sind: #pic#
  • Plattfuß
  • Senkfuß
  • Spreizfuß
  • Klumpfuß
  • Ballenhohlfuß
  • Sichelfuß
  • Knickfuß
  • Spitzfuß
  • Hängefuß
  • Hackenfuß
  • Hohlfuß
#pic#

Angeborene Fußdeformitäten

#pic#

Plattfuß

Definition:
angeborene Steilstellung des Talus mit Luxation des Talonavikulargelenkes und hochstehendem Kalkaneus; das Laufen ist erschwert, Druckulzera sind möglich

Therapie:
- konservativ: Stellungskorrektur im Gipsverband
- operativ: Reposition der Luxation, Verlagerung der Achillessehne

Knickfuß, Senkfuß, Plattfuß

Definition:
Valgusstellung, Abflachung und Spreizung als statische Deformierung

Therapie:
Fußgymnastik, Einlagen, T-Arthrodese

Spitzfuß

Definition:
Fersenhochstand, meistens bei Zerebralparese oder posttraumatisch

Therapie:
- Prophylaxe: Fixierung im rechten Winkel
- chirurgisch: Achillessehnenverlängerung, Arthrodese

Sekundärer Klumpfuß

Definition:
durch neuromuskuläre und neurologische Ausfälle bedingte Muskelatrophie der Peroneusgruppe

Therapie:
Stellungskorrektur im Gipsverband (Neugeborene), nach dem 2. Lebensjahr operativ: Achillessehnenverlängerung, T-Arthrodese

Fersensporn

Definition:
Knochensporn am Ansatz der Plantarfaszie medial am Kalkaneus

Therapie:
Lokalanästhetika - Operationen vermeiden!

Weitere Fehlbildungen

#pic#
Über die oben aufgezeichneten Formen hinaus sind an den Füßen auch alle an der Hand zu beobachtenden Fehlbildungen möglich. Diagnostik und Therapie sind im wesentlichen identisch. Bei der Wahl des Therapieverfahrens ist die Indikationsstellung eingeschränkt, wenn keine nennenswerten Funktionsstörungen vorliegen, jedoch erweitert, wenn dies aus statischen Gründen wünschenswert erscheint. Teilweise sind Fehlbildungen einer operativen Behandlung praktisch nicht zugänglich, z. B. die Peromelie.

Therapie: #pic#
Das Prinzip der Therapie von Fehlbildungen ist die Stellungskorrektur, die Entfernung von Überschuss, der plastische Ersatz von fehlenden Gliedmaßen, die Verpflanzung von Gliedmaßen, z. B. Zehen als Daumenersatz (der Daumen ist die halbe Hand!).

Immunologische Läsionen

analog den Händen führen chronische rheumatische Erkrankungen zu Fehlstellungen und Gelenkentzündungen

Verletzungen der lokomotorischen Einheit Fuß

Weichteilverletzungen

Tibialis-anterior-Syndrom
Definition:
durch Trauma oder postoperativ im geschlossenen Kompartment der anterolateralen Muskelgruppe (M. extensor hallucis longus, M. tibialis anterior und M. extensor digitorum longus) entstandene Schwellung (Ödem, Hämatom), welche zur Ischämie und Nekrose führt

Klinik: #pic#
starker Schmerz, pralle schmerzhafte Schwellung, ausgelöschte Dorsalflexion der Großzehe, Anästhesiezonen, Überwärmung, Fieber, Leukozytose, gelegentlich Peronäuslähmung

Diagnose:
klinische Untersuchung, Dopplersonographie

Differentialdiagnose:
Thrombose, Infektion, arterielle Durchblutungsstörung

Therapie:
  • Inzision der Haut
  • Inzision der Faszie
  • Ausräumung des Hämatoms
  • Drainage
  • Verschluss der Haut (sekundär oder mit Spalthauttransplantaten)
- wenn möglich, werden die verletzten großen Gefäße rekonstruiert
Zu spät eröffnete Kompartmentlogen haben Nekrosen der betroffenen Extremität zur Folge. Dann sind Amputationen oft unvermeidlich. Die Höhe der Amputation richtet sich nach der Durchblutung. Amputationen in Höhe weniger durchbluteter Zonen führen zu Wundheilungsstörungen am Stumpf und späteren Problemen bei der orthopädischen Stumpfversorgung.

Achillessehnenriss

Definition: #pic#
durch Trauma oder akute Überlastung (z. B. bei Vorschädigung beim Tennisspielen) entstehender Riss der Sehne weit überwiegend als pathologische Ruptur

Klinik:
- "peitschenschlagartiger", stichartiger, nur kurz anhaltender Schmerz, häufig mit Nebenverletzungen (Malleolenfraktur, Abriss des Tuber calcanei, Peronealsehnenluxation)
- Funktionsausfall (Stehen auf den Fußspitzen nicht möglich), Delle über der Ruptur, hängende Fußspitze beim Anheben des Beines und Knien (Thompson-Zeichen)

Diagnose:
klinischer Befund - typisch ist das Heraustreten der Sehne des m. fibularis longus

Differentialdiagnose:
- Trauma ohne Ruptur, Achillodynie, Muskelriss
- Achillessehnenriss muskelnahe (oben) und am Knochenansatz; überwiegend operative Versorgung

Therapie: #pic#
Naht der Achillessehne, Augmentation mit Sehne des M. plantaris longus (wenn vorhanden); neuerdings wird auch die konservative Therapie (Entlastung in Spitzfußstellung) empfohlen.

Bandverletzungen im oberen Sprunggelenk

Definition: #pic#
traumatisch bedingte, isolierte oder kombinierte Abrisse von Bändern, häufig kombiniert mit Malleolusfrakturen

Charakteristik:
isolierte Risse, kombinierte Risse, Abrissfrakturen

Einteilung:
I Zerrung (klinisch ohne vermehrte Schubladenbewegung, keine vermehrte Aufklappbarkeit)
II Ruptur des Lig. fibulotalare ant. (klinisch: vermehrte Schubladenbewegung nach ventral)
III zusätzlich zu II: Ruptur des Lig. fibulocalcaneare (klinisch: laterale Aufklappbarkeit > 10°)
IV komplette Ruptur aller Bänder (zu III: Ruptur des Lig. fibulotalare post., klinisch: laterale Aufklappbarkeit von > 20°)

Klinik:
Druckdolenz, Schwellung, Hämatom, Aufklappbarkeit des Gelenkes und "Anschlagphänomene": A.-P. Schublade bei Inversionsdruck

Diagnose:
klinischer Befund, Röntgenaufnahme in zwei Ebenen, gehaltene Aufnahmen mit Seitenvergleich

Therapie:
konservativ oder operativ

Indikation:
je nach Alter, Anspruch, Motivation und Grad - höhergradige Verletzungen werden in der Indikation zur Operation auch höher eingestuft

Konservative Therapie: #pic#
Schiene, Hochlagern, nach Abschwellung Orthese (bis 6 Wochen) oder Gehgips 6 Wochen

Operative Therapie: #pic#
Indikation:
erhebliche Instabilität, Sportler, motivierte Patienten
Vermeidung der Nachteile der konservativen Therapie: Belassung des Hämarthros, enzymatische Knorpelveränderungen, freie Gelenkkörper, Arthrose

Operative Technik: Bändernaht, Bänderplastik bei alten Bandinsuffizienzen (meist nach Watson-Jones)

Kombinationen: #pic#
Malleolus-medialis-Frakturen (Typ Weber A), Innenbandrupturen mit Außenknöchelfrakturen (Typ Weber A bis C) veranlassen eine erweiterte Operationsindikation mit Osteosynthese (Wiederherstellung der Gelenkanatomie).

Frakturen der lokomotorischen Einheit Fuß

Tibia-/Fibula-Schaftfrakturen

#pic#
Tibia-/Fibula-Schaftfrakturen - AO-Klassifikation

A = einfache Fraktur
A 1 einfache Fraktur, spiralförmig
A 2 einfache Fraktur, schräg (>/-30°)
A 3 einfache Fraktur, quer (< 30°)
B = Keilfraktur
B 1 Keilfraktur, Drehkeil
B 2 Keilfraktur, Biegungskeil
B 3 Keilfraktur, Keil fragmentiert
C = komplexe Fraktur
C 1 komplexe Fraktur, spiralförmig
C 2 komplexe Fraktur, etagenförmig
C 3 komplexe Fraktur, irregulär

Dargestellt ist nur die Tibia, gleichzeitg kann die Fibula auf gleicher oder anderer Höhe frakturiert sein.

Unterschenkelschaftbrüche

Definition:
Bruch beider Unterschenkelknochen

Unfallmechanismus:
direkte Gewalt (Fußgänger ./. Stoßstange)

Charakteristika:
nahezu aller Frakturformen; ein Viertel offen, Weichteildefekte

Klinik - Funktionsstörungen:
Bewegungs- und Belastungsverlust

Diagnostik:
- klinische Untersuchung
- Röntgenbild in zwei Ebenen mit Nachbargelenken und deren radiologischer Funktionsprüfung (Stabilität)

Therapie:
- grundsätzlich operativ
In Frage kommen in Abhängigkeit von den Weichteilverletzungen Verriegelungsnagelung oder Platte (selten) bei offenen Frakturen externe Fixation.
- kindliche Frakturen eher konservativ

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Indikationen zur Operation:
Dislokation, Abrutschgefahr, offene Frakturen, distales Drittel, Valgusneigung, Gelenkbeteiligung, bei Polytrauma relative Indikation: Schräg- und Etagenbrüche

Operative Technik:
gelegentlich noch Platten, Marknagel, Verriegelungsnagel, externe Fixation

Komplikationen:
Infektionsgefahr! Antibiotikatherapie prophylaktisch bei offenen Frakturen, Kompartment-Syndrom. Wegen der geringen Weichteildeckung über dem Schienbein sind postoperative Infektionen relativ häufig. Dann sind oftmals auch plastische Weichteildeckungsmanöver erforderlich.

Ergebnis:
- Heilungsdauer 8-10 Wochen
- bei komplikationsloser Heilung gute Ergebnisse

Distale Tibia-/Fibula-Frakturen

#pic#
Distale Tibia-/Fibula-Frakturen - AO-Klassifikation
A = extraartikuläre Fraktur
A 1 extraartikuläre Fraktur, metaphysär einfach
A 2 extraartikuläre Fraktur, mit metaphysärem Keil
A 3 extraartikuläre Fraktur, metaphysär komplex
B = partiell artikuläre Fraktur
B 1 partiell artikuläre Fraktur, reine Spaltung
B 2 partiell artikuläre Fraktur, Spaltimpression
B 3 partiell artikuläre Fraktur, multifragmentäre Impression
C = vollständig artikuläre Fraktur
C 1 vollständig artikuläre Fraktur, artikulär einfach, metaphysär einfach
C 2 vollständig artikuläre Fraktur, artikulär einfach, metaphysär mehrfragmentär
C 3 vollständig artikuläre Fraktur, mehrfragmentär

Distale Tibiafrakturen (Pilon tibial)

#pic#
5 % aller Unterschenkelfrakturen sind Tibiagelenkbrüche. Die Frakturen reichen in das obere Sprunggelenk hinein.

Unfallmechanismus: axiale Stauchung, direkte Traumen

Charakteristika: #pic#
- gelegentlich mit Nebenverletzungen: Nerven, Gefäße, osteochondrale Frakturen (Bild)
- posttraumatisch teils massive Schwellung

Klinik - Funktionsstörungen: #pic#
Gebrauchsunfähigkeit des betreffenden Beines, Schmerzen, Schwellung, sekundäre Nerven- und Gefäßschäden mit entsprechender Symptomatik

Diagnostik:
klinische Untersuchung, Röntgenaufnahme in 2 Ebenen, CT (Gelenkkonturen)

Therapie:
Plattenosteosynthese, Minimalosteosynthese und Fixationsverband; Gelenkübergreifender Fixateur externe und Komplementärosteosynthese

Indikationen zur Operation:
Gelenkbeteiligung, Verkürzung, Impression, offene Frakturen, Weichteilkomplikationen, alle Band C-Frakturen; bei Polytraumatisierten: Operation in der zweiten Phase

Ergebnis: #pic#
Bei idealer Rekonstruktion und komplikationsloser Heilung gute Ergebnisse.

Malleolen - Knöchel

#pic#
Tibia-/Fibula-, Malleolen-Frakturen - AO-Klassifikation
A = infrasyndesmale Läsion
A 1 infrasyndesmale Läsion, isoliert
A 2 infrasyndesmale Läsion, mit Fraktur des Malleolus medialis
A 3 infrasyndesmale Läsion, mit dorsomedialer Fraktur
B = transsyndesmale Fibulafraktur
B 1 transsyndesmale Fibulafraktur, isoliert
B 2 transsyndesmale Fibulafraktur, mit medialer Läsion
B 3 transsyndesmale Fibulafraktur, mit medialer Läsion und Volkmann-Fraktur
C = suprasyndesmale Läsion
C 1 suprasyndesmale Läsion, mit diaphysärer Fibulafraktur, einfach
C 2 suprasyndesmale Läsion, mit diaphysärer Fibulafraktur, mehrfragmentär
C 3 suprasyndesmale Läsion, proximale Fibulaläsion

Klinik:
häufig vorkommende Frakturen (10 % aller Frakturen), überwiegend mit Luxation oder Subluxation, auch als isolierte Knöchelfraktur möglich

Unfallmechanismus:
indirekte Gewalteinwirkung (Umknicken, Supination - Adduktion, Drehung, Pronation - Abduktion)

Charakteristika: #pic#
Luxationsfrakturen, häufig mit Talussubluxation und Bandausrissen

Funktionsstörungen:
Gebrauchsunfähigkeit des Fußes, Verformung, Schwellung, Schmerzen; nach direkten Traumen vielfach offene Luxationsfraktur

Diagnostik: #pic#
klinische Untersuchung, Druckschmerz, Fehlstellung, Röntgenaufnahme in zwei Ebenen, CT (Gelenk, Imprimate) mit Gelenkfunktionsaufnahmen (Stabilität)

Therapie:
überwiegend operativ

Indikationen zur Operation:
jede auch geringfügige Gelenkstufe, fragliche Syndesmosensprengung Typ B und sichtbare Syndesmosensprengung

Operative Technik: #pic#
Reposition, Platte, Schrauben, Zuggurtung, Syndesmosennaht; genaueste Wiederherstellung der Gelenkfläche

Talusfrakturen

Der Talus ist ein Zwischenknochen (ohne Muskelansatz). Die Gefäßversorgung wird durch Frakturen häufig beeinträchtigt.

Unfallmechanismus:
- direkte Gewalt durch Dorsalflexion oder Plantarflexion
- indirekte Gewalt vor allem mit Bandabrissen

Charakteristika:
- vordere oder hintere Tibiakante frakturiert den Talushals
- Einteilung in zentrale (Kollum-, Korpus-) Frakturen, periphere (Pocessus posterior oder lateralis), osteochondrale Frakturen (Trochleakanten, Caput tali)

Klinik - Funktionsstörungen:
Funktionseinschränkung, Schmerzen, Schwellung

Diagnostik:
- Klinik, Funktionsprüfung des Gelenkes
- Röntgenaufnahme in zwei Ebenen mit Funktionsaufnahmen (Stabilität)

Therapie:
konservativ: gute Stellung, 4-6 Wochen Unterschenkelgehgips (periphere Fraktur) oder Liegegips (zentrale Frakturen)

Indikationen zur Operation:
Dislokation, Luxationen, Collum-, Caput-Frakturen, Luxationsfrakturen

Operative Technik:
- Zugschrauben
- osteochondrale Frakturen: Reposition, Drähte, Schrauben, Fibrinkleber

Komplikationen:
Durchblutungsstörungen, Nekrose, Arthrose (schmerzhaft!)

Ergebnis:
bei idealer Reposition und komplikationslosem Verlauf gute Prognose

Kalkaneusfrakturen

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häufigste Fraktur der Fußwurzelknochen

Unfallmechanismus:
direkte Gewalteinwirkung (Sprung aus großer Höhe) oft doppelseitig

Charakteristika:
- häufig doppelseitige Trümmerbrüche mit Impression und Abflachung des Tubergelenkwinkels
- zusätzliche Verletzungen der Wirbelsäule und der unteren Extremität; Abrissfraktur des Achillessehnenansatzes. Einteilung in drei Schweregrade
- Einteilung und Therapieempfehlung des Gerhard-Küntscher-Kreises für Kalkaneusfrakturen

1. Fersenbeinbruch
1.1nicht dislozierte Brüche
1.1.1extraartikuläre Brüche
1.1.2intraartikuläre Brüche
Gipsruhigstellung 6 Wochen, Dauer der Entlastung 8 bis 12 Wochen
1.2dislozierte Brüche
1.2.1extraartikuläre Brüche
- knöcherner Achillessehnenausriss
  1. K-Draht-Spickung
  2. Interfragmentäre Verschraubung
1.2.2intraartikuläre Brüche
- Joint depression Typ =horizontale Impaktierung der hinteren Gelenkfläche
- Tonque-Typ =Vertikale Verschiebung der subtalaren Gelenkregion


- Trümmerfraktur
  1. offene Reposition und Spanunterfütterung
  2. Plattenosteosynthese (1/3 Rohrplatte H-Plättchen)
  3. K-Draht-Spickung
  4. Arthrodese
  1. konservativ: Gipsruhigstellung 8 Wochen
  2. geschlossene Reposition - Kirschner-Draht-Spickung

Klinik - Funktionsstörungen: #pic#
massive Gebrauchseinschränkung, Schwellung, Hämatom, verstrichene Achillessehnengruben, Beinverkürzung

Diagnostik:
klinischer Befund, Röntgenbild in zwei Ebenen, eventuell CT, Tuber-Gelenkwinkel > 30-40°

Therapie:
bei Operabilität chirurgisch, außer bei nicht nennenswerten Fehlstellungen: frühfunktionell, Schiene, Immobilisation 1-2 Wochen, Belastung ab 16. Woche

Indikationen zur Operation:
jede bemerkenswerte Fehlstellung

Operative Technik:
Platten, häufig bilateral, Spongiosaplastik

Komplikationen:
Plattfuß, trophische Störungen, schmerzhafte Arthrosen

Postoperative Therapie - Ergebnis:
bei komplikationsloser Heilung und orthopädischen Hilfen (Maßschuh, Einlagen) gute funktionelle Ergebnisse

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Sonstige Frakturen des Fußes

Einteilung und Therapieempfehlungen des Gerhard-Küntscher-Kreises
1. Fraktur des Os cuboiceum und Ossa cuneiformia
1.1 nicht dislozierte Fraktur konservative Therapie, Gipsruhigstellung 6 Wochen,
Dauer der Entlastung 6-8 Wochen
1.2 dislozierte Fraktur konservative Therapie, Gipsruhigstellung 6 Wochen,
Dauer der Entlastung 6-8 Wochen
offene/geschlossene Reposition und Draht-Fixation,
Gipsruhigstellung 6 Wochen, Dauer der Entlastung 6-8 Wochen
2. Fraktur des Os naviculare
2.1 nicht dislozierte Fraktur oder stabil reponierte Fraktur konservative Therapie, Gipsruhigstellung 6 Wochen, Dauer der Entlastung 8 Wochen
2.2. irreponible bzw. redislozierte Fraktur
  1. Offene Reposition und interfragmentäre Verschraubung
  2. Offene Reposition und K-Draht-Spickung
    1+2 Nachbehandlung wie bei 2.1
Mittelfußbrüche
1. Metatarsale I-V Köpfchenbruch, in aller Regel disloziert
  1. perkutane K-Draht-Spickung
  2. Zehendauerextension
  3. konservativ
2. Metatarsale I-V Schaft
2.1. undisloziert Gips 4 Wochen, Dauer der Ruhigstellung 8 Wochen
2.2. disloziert
  1. K-Draht-Spickung
  2. Verplattung
3. Metatarsale I-Basisbruch (Bennet-Fraktur des Fußes)
  1. K-Draht-Spickung mit temporärer Arthrodese
  2. Interfragmentäre Verschraubung
4. Metatarsale V-Basisbruch
  1. Zuggurtung
  2. Interfragmentäre Verschraubung