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| IMC Wiki | Schock (kardiovaskuläres System)

Schock (kardiovaskuläres System)

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Definition:
Schock ist ein Zustand der Gewebeunterversorgung durch unzureichende Gewebeperfusion infolge eines akuten generalisierten Kreislaufversagens. Der Schockzustand steht in der Pathogenese fast aller tödlichen Erkrankungen an letzter Stelle, unmittelbar vor dem Tod. Schock ist pathogenetisch die weitaus häufigste letzte Todesursache. Eine Ausnahme macht der Hirntod. Er kann bei wohlerhaltenen Kreislaufverhältnissen eintreten.
Normale Blutdrücke setzen ein angemessenes Herzzeitvolumen und einen angemessenen Widerstand des Gefäßsystems voraus.
Ausgangspunkt der pathophysiologischen Abläufe, die dann zum Schock führen, ist das verminderte Herzzeitvolumen oder der periphere Volumenverlust infolge erniedrigten Widerstandes und Volumenverschiebungen in der Körperperipherie.

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Eine Sonderform ist der septische Schock mit erhöhtem Herzzeitvolumen infolge peripherer Shuntvolumina. Das Blut gelangt über Kurzschlüsse von den Arterien, ohne die Peripherie zu erreichen, sofort wieder auf die venöse Seite. Dieser gesteigerte Rückfluss steigert das Herzzeitvolumen um ein Vielfaches: Hyperdynamie. Setzt eine Überlastung des Herzens ein, sinkt die Pumpleistung: Hypodynamie. Dann sinken Zeitvolumen und die Organdurchblutung weiter ab bis zum Organversagen.
Schock durch Blutung und Infektion (Sepsis) unterscheiden sich in der Ursache und enden identisch.

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Vergleich der pathophysiologischen Abläufe bei hyperdynamem und hypovolämischem Schock.

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Charakteristisch für den septische Schock ist das normale Blutvolumen bei herabgesetzter peripherer Gewebedurchblutung wegen der Öffnung von arteriovenösen Shunt-(Kurzschluss-)Verbindungen. Die ätiologische Definition des Schockes, der auf vielerlei Ursachen beruhen kann, ist durch die Herzkatheteruntersuchung möglich.

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Zum Schock können zahlreiche Ereignisse führen. Das Schockgeschehen hat dementsprechend unterschiedliche Charakteristika, die mit Herzkatheteruntersuchungen ermittelt werden können und später Ausgangspunkt der Therapie sind, z. B. Volumenersatz (nach Trauma), medikamentöse Tonisierung der Blutgefäße bei neurogener Ursache. Ursachen des Schocks:
  1. kardiovaskulärer Schock - verminderte Förderleistung des Herzens
  2. hypovolämischer Schock - Blut-Plasmaverluste
  3. septisch-toxischer Schock - Sepsis, bakterielle Toxämie
  4. neurogener Schock - periphere Vasomotorenlähmung
  5. anaphylaktischer Schock - haptenvermittelte Antigen-Antikörperreaktion
  6. endokriner Schock - Hypophysen – Nebennieren - Schilddrüsenfunktionsstörung - Hyperinsulinämie
Pathophysiologie: #pic#
Trotz sehr unterschiedlicher Ursachen eines Schocks konzentrieren sich die pathophysiologischen Folgen, welche das Schicksal des Patienten bestimmen, auf die Mikrozirkulation in den Geweben. Der Zusammenbruch der Mikrozirkulation im Schock bedeutet für die Körperzellen schwerste Ausfälle in der Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern. Organismen sind deshalb mit aufwendigen Systemen ausgestattet, die Mikrozirkulation auch unter erschwerten Bedingungen zu erhalten. In den Geweben entwickeln sich Entzündungsvorgänge. Mediatoren werden freigesetzt und schädigen sekundär andere Organe, insbesondere erlöschen energieverbrauchende Prozesse. Der Schockzustand ist für den Patienten je nach der körperlichen Ausgangssituation unterschiedlich lang tolerabel (reversibel), um so länger, je besser die Versorgung der zentralen Organe während der Schockphase funktioniert. Irreversibilität tritt nach irreparabler Gewebeschädigung lebensnotwendiger Organe ein. Hierfür sind irreversible biochemische Fehlverbindungen im ischämischen Gewebe und den Zellbestandteilen verantwortlich. Ätiologisch stehen an der Spitze der Schockformen mit fatalem Verlauf Unfallverletzungen.
Das große Trauma mit Zertrümmerung ausgedehnter Gewebeareale ist überwiegend der Dezelerationsunfall im Straßenverkehr. Etwa 7.000 Menschen erliegen ihm jährlich in der Bundesrepublik. Hauptursache tödlicher Verläufe mit Schock sind Verkehrsunfälle. Das Schicksal wird mitbestimmt vom Zeitraum des Schockeintrittes bis zu den ersten ärztlichen Maßnahmen, insbesondere der Infusionbehandlung und Beatmung. Eile tut also Not. Deshalb sind schnelle Transportmittel lebensrettend.

Pathologische Anatomie: #pic#
Störungen der Mikrozirkulation, toxische Schädigungen und im Spätstadium die eingeschränkten physiologischen und biochemischen Leistungen führen zum Organversagen: Schocklunge, Schockniere, daneben, allerdings für das Überleben erst an zweiter Stelle bedeutsamen Einschränkungen der zerebralen, hepatischen und pankreatischen Funktionen.

Zusammenbruch der Infektabwehr

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Die Abwehr gegen das Eindringen von Antigenen und Erregern an nahezu allen Deckgeweben, z. B. Magen-Darm, Bronchien, verlangt hohen Energieaufwand. Mit dem Zusammenbruch der Mikrozirkulation und Schädigung der Epithelzellen dringen vor allem Erreger der natürlichen Keimbesiedelung durch die Epithelien ins Körperinnere ein und entfalten hier Pathogenität infolge der allgemeinen Abwehrschwäche. Aus natürlichen Hohlräumen entstehen streuende Herde, z. B. insbesondere der Dickdarm. So entsteht langfristig auch aus jedem hypodynamen ein septischer Schock.

Weiterführende Artikel

> Schock (Risikopatienten/Notfallmedizin)