Das IMC WIKI ist umgezogen...

... zur OREC-Library. Um zur OREC-Library zu gelangen klicken sie auf den folgenden Link:


OREC-Library
Abb. 1
Only for registered users
Abb. 2
Only for registered users
Abb. 3
Only for registered users
Abb. 4
Only for registered users
Abb. 5
Only for registered users
Abb. 6
Only for registered users
Abb. 7
Only for registered users
Abb. 8
Only for registered users
Abb. 9
Only for registered users
Abb. 10
Only for registered users
Abb. 11
Only for registered users
Abb. 12
Only for registered users
Abb. 13
Only for registered users
Abb. 14
Only for registered users
Abb. 15
Only for registered users
Abb. 16
Only for registered users
Abb. 17
Only for registered users
Abb. 18
Only for registered users
Abb. 19
Only for registered users
Abb. 20
Only for registered users
Abb. 21
Only for registered users
Abb. 22
Only for registered users
Abb. 23
Only for registered users
Abb. 24
Only for registered users
Abb. 25
Only for registered users
Abb. 26
Only for registered users
Abb. 27
Only for registered users
Abb. 28
Only for registered users
Abb. 29
Only for registered users
Abb. 30
Only for registered users
Abb. 31
Only for registered users
Abb. 32
Only for registered users
Abb. 33
Only for registered users
Abb. 34
Only for registered users
Abb. 35
Only for registered users
Abb. 36
Only for registered users
Abb. 37
Only for registered users
Abb. 38
Only for registered users
Abb. 39
Only for registered users
Abb. 40
Only for registered users
Abb. 41
Only for registered users
Abb. 42
Only for registered users
Abb. 43
Only for registered users

| IMC Wiki | Numerische Anomalien

Numerische Anomalien

  • Start
  • Suche
  • von A bis Z
  • Kategorien

Hyperodontien und Hypodontien

<< zurück



Definitionen

  • numerische Anomalien gehören zu den "pathologischen Zahnveränderungen" (Klassifikation nach Schröder 1997)
  • man unterscheidet Hyperodontien (Zahnüberzahl) und Hypodontien (Zahnunterzahl, Nichtanlagen)
  • eine erworbene Zahnunterzahl, z. B. durch Trauma oder kariesbedingten Zahnverlust, wird nicht als Hypodontie bezeichnet
  • neben der bewussten Milchzahnpersistenz gibt es bei ihrer Therapie chirurgische, prothetische und kieferorthopädische Optionen für den Lückenschluss
  • die reguläre Zahnzahl beträgt 32 Zähne im bleibenden beziehungsweise 20 Zähne im Milchgebiss
    • wird sie unter- oder überschritten, liegt eine numerische Anomalie vor
    • numerische Anomalien können einzelne oder mehrere Zähne betreffen
    • selten fehlen aber auch alle Zähne, oder es ist eine massive Erhöhung der Zahnzahl zu verzeichnen
    • die Anomalien können mit Syndromen einhergehen oder isoliert auftreten
ANZEIGE:
Logo IMC Uni Essen Duisburg
in Kooperation mit
Logo MVZ Kopfzentrum
Zahnimplantate,
Parodontosebehandlungen,
Aesthetische Zahnbehandlungen
zu sehr guten Konditionen
In der Praxis für Zahnmedizin im EKN Duisburg
Weitere Informationen unter www.mvz-kopfzentrum.de

Hyperodontien

#pic#Hyperodontie (Lexikon Zahnmedizin 2000)
  • als Hyperodontie (Zahnüberzahl) bezeichnet man das Auftreten überzähliger Zähne
  • Zahnformen überzähliger Zähne:
    • Form und Grösse überzähliger Milchzähne entsprechen denen regulärer Zähne
    • überzählige bleibende Zähne sind häufig kleiner oder anders geformt als reguläre bleibende Zähne
  • bei existenten Dentes natales (= zahnartige, der Schleimhaut bei der Geburt schuppenartig aufliegende Gebilde) wird nicht von einer Hyperodontie gesprochen
  • etwa die Hälfte aller überzähligen Zähne sind Mesiodentes
#pic#mehr als 20 überzählige Zahnanlagen (Rizzuti 1997)

Irreguläre Zahnformen bei Hyperodontie im bleibenden Gebiss

  • Mesiodens (siehe Case Report)
    • macht 45-67% aller überzähligen Zähne aus
    • meist palatinal zwischen den mittleren Schneidezähnen
    • in 75% der Fälle verlagert
  • Zapfenzähne (= Tütenzähne)
    • mesiodensähnlich
    • entstehen lateral der Mitte im Frontzahnbereich
  • Disto- und Paramolaren
    • Abkömmlinge einer weit nach distal verlängerten Milchzahnleiste
    • kleine molarenähnliche Zähne
    • meist einwurzelig mit zylindrisch-konischer, aber mehrhöckeriger Krone
  • supplementäre bleibende Eckzähne
    • relativ selten
    • den regulären Zähnen in Form und Größe sehr ähnlich
  • überzählige Prämolaren
    • häufig lingual der Zahnreihe und impaktiert
    • gegenüber regulären Zähnen um 6-10 Jahre verspätete Kronen- und Wurzelentwicklung
    • möglicherweise traumatisch induziert (Kieferfraktur im Alter von 9-12 Jahren)

Case Report: Hjördis B. (9 Jahre)

  • ein Diastema mediale kann durch einen Mesiodens verursacht sein => Röntgenkontrolle
  • Mesiodentes brechen meistens nicht durch
#pic# #pic#Zahnfilm und Aufbissaufnahme regio 11,21
  #pic#Mesiodens im Durchbruch  

Case Report: Viktor K. (10 Jahre)

  • bei allen fünf Inzisiven handelt es sich um Zähne der zweiten, bleibenden Dentition
  • doppelt angelegter Zahn 31 -> erheblicher Platzmangel und Tonn-Diskrepanz
#pic# #pic#
  überzähliger Zahn 31 (10-jähriger Junge)

Ätiologie

  • die Entstehung zusätzlicher Zähne kann Folge einer Überproduktion der Zahnleiste sein
  • Genetik:
    • multifaktoriell polygenetischer Erbgang
    • tritt die Zahnüberzahl im Rahmen einer Dysostosis cleido-cranialis auf, ist der Erbgang monogen
  • Schizodontie (Zwillingsbildung)
    • Resultat einer vollständigen Zahnkeimteilung (1 Keim teilt sich)
    • vollständig voneinander getrennte Einzelzähne => überzähliger Einzelzahn
  • auch ein Trauma wird als ursächlicher Faktor für die Entstehung überzähliger Prämolaren in Betracht gezogen
#pic#Zwillingsbildung
(Lexikon Zahnmedizin 2000)

Epidemiologie

  • Hyperodontien sind insgesamt sehr selten (seltener als Hypodontien)
  • Häufigkeit der Hyperodontie im Milchgebiss
    • Prävalenz: 0,2 und 2,0% (je nach ethnischer Population)
    • Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen
    • zusätzliche Milchzähne treten bevorzugt im Bereich lateraler Schneide- und Eckzähne im Oberkiefer auf
  • Häufigkeit der Hyperodontie im bleibenden Gebiss
    • Prävalenz: 0,1 bis 4,0% (je nach ethnischer Population)
    • Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen
    • im Oberkiefer 6 bis 9 mal häufiger als im Unterkiefer

#pic#Lokalisation überzähliger Zähne (Schröder 1997)
Lokalisation überzähliger Zähne
  • Oberkiefer: 85% der überzähligen Zahnanlagen (meist zentrale Frontzahn- und Molarenregion)
  • Unterkiefer: 15% der überzähligen Zahnanlagen (meist Prämolarenbereich)
  • Studie von Bodin et al. 1978
    • schwedisches Kollektiv von 21.609 Individuen (2-80 Jahre)
    • 422 überzählige Zahnanlagen in 344 Individuen
      • 288 in 210 männlichen Individuen, 134 in 128 weiblichen Individuen
      • Milchgebiss: nur bei 7 Individuen überzählige Milchzähne

Zahn(gruppe) Häufigkeit
Mesiodens Kleinkinder: bis zu 8% (Studie von Huang 1992)
Erwachsene: 0,2-2,2%
45-67% aller überzähligen Zähne
Distomolaren und Paramolaren 0,1-0,3%
Prämolaren selten
Eckzähne sehr selten
Frontzähne sehr selten
  • bei Patienten mit Lippen-, Kiefer- und/oder Gaumenspalten wird oft eine Verdoppelung der oberen 2'er beobachtet, wobei die Wahrscheinlichkeit hierfür bei zunehmendem Ausmaß der Spalte abnimmt
  • bei Spaltpatienten können - insbesondere im bleibenden Gebiss - Hyperodontie und Hypodontie außerhalb der Spaltbereiche auch gemeinsam auftreten
  • das Syndrom Dysostosis cleido-cranialis geht mit einer außerordentlich ausgeprägten Hyperodontie einher (es liegt eine "inkomplette zweite bleibende Dentition" vor)

Hypodontien (Nichtanlagen)

  • Fehlen von Zähnen als Folge ihrer Nichtanlage v. a. im bleibenden Gebiss
  • nicht angelegt sind primär die distalen Zähne der einzelnen Zahngruppen:
    • Weisheitszähne (häufigster nicht angelegter Zahn, meist symmetrisch)
    • zweite Prämolaren
    • seitliche obere Schneidezähne
  • Definitionen:
    • Aplasie von Zähnen: Nichtanlage einzelner oder mehrerer Zähne
    • Oligodontie: multiple Nichtanlagen (mehr als 5-6 Nichtanlagen; nicht exakt definiert)
    • Anodontie: Fehlen aller Zähne (extrem selten, laut Schröder insgesamt weltweit nur 32 Fälle)
    • echte Unterzahl: genetisch bedingte Nichtanlage, d.h. keine Zahnkeimanlage
    • unechte Unterzahl: reduzierte Zahnzahl durch Traumata, Karies oder Zahnretentionen
#pic#Multiple Nichtanlagen (8-jähriges Mädchen)

Irreguläre Zahnformen und -größen bei Hypodontie

  • Hypodontien sind häufig vergesellschaftet mit einer großen Variabilität bei Größe und Form der vorhandenen Zähne
  • hypoplastische Zähne sind als Vorstufen (Mikroformen) von Nichtanlagen zu betrachten
  • Zahngröße/Wurzelkonfiguration
    • Mikrodontie (Bildung abnorm kleiner Zähne; sie betrifft häufig obere seitliche Schneidezähne)
    • Makrodontie (nicht mit Zahnkeimpaarung zu verwechseln)
    • Rhizomegalie (abnorm lange Wurzeln)
    • Rhizomikrie (Ausbildung extrem kurzer Zahnwurzeln)
  • Zahnform
    • Schaufelform der oberen Schneidezähne
      • palatinal-lateral verlängerte wulstige Schneidekante
    • Dens invaginatus (Hülsmann 1995/1997)
      • es handelt sich nicht um zwei ineinander verwachsene Zähne
      • durch Einstülpung der Zahnoberfläche (Invagination) zustande gekommene Einzelzahnmissbildung
    • Taurodontismus (Seow 1998)
      • auf Kosten der Wurzelkanäle weit nach apikal vergrößertes Pulpakavum
    • Fusion (Zahnkeimpaarung)
      • Vereinigung zweier ursprünglich getrennt angelegter benachbarter Zahnkeime während der Zahn-(Kronen-/Wurzel-)bildung → fehlender Einzelzahn
      • die entsprechenden Zähne können doppelt so breit sein wie normal und haben zwei Pulpahöhlen
    • Zahnverwachsung
      • Verkoppelung zweier zunächst getrennt entstandener benachbarter Zähne auf Ebene des zellulären Wurzelzementes
    • Gemination
      • unvollständige Teilung eines Zahnkeims
      • verbreiterter Zahn
      • keine Zahnüberzahl
      • oft Furche oder Kerbe in der Zahnmitte
#pic#Gemination = unvollständige Zahnkeimteilung der Zähne 12 und 11
(Lexikon Zahnmedizin 2000)

#pic#Hypoplastische Zähne 12,22
(Lexikon Zahnmedizin 2000)

Case Report: Mareen S. (9 Jahre)

  • die bleibenden ersten unteren Prämolaren sind nicht angelegt
#pic# #pic#
  #pic# #pic#
  Nichtanlagen 35, 45

Case Report: Jennifer S. (19 Jahre)

  • Nichtanlage des Zahnes 12
  • mittels Röntgendiagnostik wird eine Retention/Verlagerung ausgeschlossen
  • anamnestisch wurde sichergestellt, dass weder eine Extraktion noch ein traumatischer Zahnverlust stattgefunden hat
#pic# #pic#
  Nichtanlage 12 (19-jährige Frau)

Ätiologie

  • Genetik:
    • Punktmutationen in einem stark vernetzten polygenen System
    • möglicherweise polygenetisch assoziiert mit:
      • Hyperodontie (es können in der Tat irreguläre überzählige Zähne in einem Gebiß vorhanden sein, in dem reguläre Zähne fehlen)
      • Abweichungen in Größe und Form der Kronen (stärkste Formvariabilität bei OK 2'ern und bei 8'ern)
      • veränderte Durchbruchszeiten

Epidemiologie

  • Häufigkeit von Hypodontien im Milchgebiss
    • Prävalenz: 0,1-0,7 % (sehr selten)
    • vorwiegend betroffen sind:
      • obere laterale Inzisivi (OK 2'er) und
      • untere mittlere Inzisivi (UK 1'er)
    • häufig liegt parallel eine Nichtanlage des nachfolgenden Ersatzzahnes vor
  • Häufigkeit von Hypodontien im bleibenden Gebiss
    • Prävalenz: 2-10 % (je nach untersuchter Population)
      Zahn(gruppe) Häufigkeit
      Weisheitszähne (8'er) 10-35 %
      untere zweite Prämolaren (UK 5'er) 1-5 %
      obere zweite Schneidezähne (OK 2'er) 0,5-3 %
      obere zweite Prämolaren (OK 5'er) 1-2,5 %
      untere zweite Schneidezähne (UK 2'er) 0,5 %
  • viele Nichtanlagen sind bilateral symmetrisch
    • Ausnahme: OK 2'er – fehlt häufiger auf der linken Seite
  • Weisheitszähne
    • in 10-35 % der Fälle nicht angelegt
    • davon bei 50 % symmetrische Nichtanlage
    • bei Nichtanlage der Weisheitszähne ist die Wahrscheinlichkeit für andere Nichtanlagen höher
  • bei 50% der Patienten mit Nichtanlagen fehlt mehr als ein Zahn
  • Aplasien im OK treten etwa gleichhäufig auf wie Aplasien im UK
  • die Hypodontie tritt besonders häufig im Zusammenhang mit Syndromen auf:
    • autosomal-dominante ektodermale Dysplasien
    • orodigitofaziale Dysostose
    • Trisomie 21
    • Lippen-Kiefer-(Gaumen-)spalten
      • bei 30-50 % der Patienten liegt eine Hypodontie vor
      • häufig auch Nichtanlagen, Zahnverschmelzungen und Zapfenzähne außerhalb der Spaltregion im Milchgebiss
      • steigende Prävalenz der Hypodontie bei zunehmender Ausdehnung der Spaltbildung
      • um 0,3-0,7 Jahre verspätete Entwicklung aller Zähne
      • vorhandene Zähne werden kleiner als normal
      • größere Häufigkeit von Schmelzdefekten

Klinische Aspekte - Diagnostik

  • intraorale Inspektion: Überprüfung der Zahnzahl und Vergleich des chronologischen mit dem dentalen Alter des Patienten
  • im Rechts/Links-Vergleich brechen die Zähne gewöhnlich symmetrisch durch; einseitig durchbrechende Zähne lassen eine Nichtanlage des Gegenzahnes vermuten
  • eine numerische Anomalie kann auch ein Hinweis auf das Vorliegen eines Syndroms sein
  • Hyper- bzw. Hypodontien legen den Verdacht weiterer pathologischer klinischer und radiologischer Befunde nahe
  • umgekehrt erfordern bestimmte Befunde, die mit numerischen Anomalien vergesellschaftet sein können, eine erhöhte Aufmerksamkeit bei der klinischen Untersuchung

Befunderhebung

  • die klinisch sichtbaren Zähne werden gezählt und Zähne der 1. und 2. Dentition differenziert
  • ergänzend werden mittels Röntgendiagnostik (OPG) noch nicht durchgebrochene Zähne auf Existenz untersucht
  • im Wechselgebiss gibt der Vergleich mit den zu erwartenden Durchbruchszeiten Hinweise auf eine Verdachtsdiagnose
  • bei einem 10-jährigen Kind sind i. d. R. alle Zahnanlagen erkennbar
  • sind im Alter von 10 Jahren keine Weisheitszahnanlagen sichtbar, so sind diese mit großer Wahrscheinlichkeit nicht angelegt (Weise)
  • klinische Hinweise auf Nichtanlagen:
    • atypische Zahnformen können Hinweise auf eine Hyperodontie oder Hypodontie sein
    • bei bestimmten Syndromen (z. B. Dysostosis cleido-cranialis, ektodermale Dysplasie) ist eine numerische Anomalie wahrscheinlicher; ebenso kann eine primär diagnostizierte numerische Anomalie ein Hinweis auf ein Syndrom sein
    • eine veränderte Kieferform kann durch das Fehlen von Zähnen oder durch überzählige - evtl. impaktierte - Zähne bedingt sein
    • ein Diastema mediale kann auf eine Hyperodontie hinweisen (z. B. Verdrängung durch einen Mesiodens) => Rö-Kontrolle notwendig
  #pic#Diastema mediale und Zapfenzahn 22
(Harzer 1999)

Case Report: Anke H. (8 Jahre)

  • in Kenntnis des zu erwartenden Zahnstatus bei einem 8-jährigen Mädchen fällt die Abwesenheit folgender Zähne auf:
    • die Zähne 16 und 26 brechen normalerweise im Alter von ca. 6 Jahren durch
    • Zahn 31 bricht normalerweise im Alter von ca. 6-7 Jahren durch
  • zur weiteren Abklärung ist die Anfertigung eines OPGs indiziert
  #pic# #pic#
  intraoraler Befund mit Verdacht auf Nichtanlagen
(8-jähriges Mädchen)

  • das OPG bestätigt die Nichtanlage der klinisch als fehlend diagnostizierbaren Zähne 16, 26 und 31
  • es fehlen zusätzlich die Zähne 17, 15, 25, 27, 37, 45 und 47
  • vermutlich sind auch die Weisheitszähne nicht angelegt, was aber mit 8 Jahren noch nicht eindeutig diagnostizierbar ist
  #pic# #pic#Orthopantomogramm
(mit Einzeichnung nicht angelegter Zähne)
#pic#reguläre Wechselgebisssituation im Alter von ca. 8 Jahren

  • das durch den Zahndurchbruch induzierte vertikale, transversale und sagittale Wachstum des Alveolarfortsatzes, welches bei regulär angelegten Zähne erfolgt wäre, ist ausgeblieben
  • es resultiert eine sagittale und transversale Unterentwicklung des Oberkieferzahnbogens mit Kreuzbissverzahnungen
  #pic#maxilläre transversale und sagittale Unterentwicklung (frontaler und seitlicher Kreuzbiss)

Spezielle Aspekte bei Hyperodontien

  • durch überzählige Zähne kann es zu Durchbruchsbehinderungen (Retentionen/Verlagerungen) kommen
  • es entstehen dentale Engstände, die zu irregulären Zahnstellungen führen
    • Kippungen und Rotationen einzelner Zähne
    • erhöhtes Risiko für die Entstehung von Karies (eingeschränkte Reinigungsfähigkeit), parodontale Schäden (Knochenresorptionen, Rezessionen)
  • unter Umständen kommt es zu intermaxillären Anomalien der Okklusion
    • Kopfbiss, Kreuzbiss
    • Nonokklusionen
    • Zwangsführungen, Hyperbalancen
  • auch eine Beeinträchtigung der Kieferform ist möglich
    • atypische Vergrößerung eines Kiefersegments
    • Disproportion zwischen der transversalen und sagittalen Ober- und Unterkieferzahnbogenform
    • Asymmetrien
  • überzählige Zähne in enger Keimlage können unterminierende Wurzelresorptionen an Nachbarzähnen verursachen
  • an zusätzlichen, retinierten Zahnanlagen können sich follikuläre Zysten bilden
  • viele überzählige Zähne bei einem Patienten könnten ein Hinweis auf Dysostosis cleido-cranialis sein
  • überzählige Zähne im Milchgebiss brechen meistens durch und entsprechen in Form und Größe meist regulären Zähnen

Spezielle Aspekte bei Hypodontien

  • Hinweise auf mögliche Nichtanlagen permanenter Zähne:
    • Milchzahnpersistenz
    • Lücken im Zahnbogen
    • positive Familienanamnese
    • Diastema mediale
  • oft zeigt sich eine Unterentwicklung des Alveolarfortsatzes im Bereich der nicht angelegten Zähne
  • bei Oligodontie kann es zu einer Bissvertiefung kommen

Klinische Aspekte - Therapie

Therapie bei Hyperodontien

  • Milchgebiss
    • überzählige Zähne stellen ein Platzreservoir für die breiteren bleibenden Zähne dar
    • abwartend verhalten, Extraktion nicht unbedingt erforderlich
  • Permanente Dentition
    • wegen der möglichen Folgen für die Zahnstellung, Kieferform und Kaufunktion werden überzählige Zahnkeime entfernt
    • Extraktionsentscheidungen müssen sorgfältig getroffen werden (vgl. Case Report)
    • für eine Extraktion sprechen dabei:
      • schlechtere Position
      • (ausgeprägtere) Dysmorphie
      • schwere kariöse Defekte
      • schlechtere parodontale Situation
    • Zahnstellungskorrektur der regulären Zähne (Multiband/-bracket-Technik)

Case Report: Viktor K. (10 Jahre)

  • Extraktionsentscheidung notwendig (Platzmangel, Tonn-Diskrepanz, Abbissfunktion, Zungenverletzungen)
  • Nachteile für ein Belassen des bukkalen Zahnes 31:
    • Gefahr einer bukkalen Knochen- und/oder Gingivarezession
    • eine notwendige starke Derotierung wäre sehr rezidivanfällig
  • daher Extraktion des bukkalen Zahnes 31
  • Offenhalten der Lücke und Bukkalbewegung des lingualen Zahnes 31 mittels einer aktiven Platte
  #pic#überzähliger Zahn 31 (10-jähriger Junge)

Therapie bei Hypodontien (Nichtanlagen)

  • neben dem Belassen von Milchzähnen sind therapeutisch konservierende, prothetische, chirurgische und kieferorthopädische Maßnahmen zu erwägen
  • bestimmte Maßnahmen müssen im Rahmen einer interdisziplinären Vorgehensweise kombiniert werden (z. B. Implantat und Suprakonstruktion)
Geplante Milchzahnpersistenz
  • temporäres Belassen von Milchzähnen als Platzhalter i. d. R. bis zum Wachstumsabschluss
    • bis zu einer späteren definitiven prothetischen oder implantologischen Versorgung
    • als Prophylaxe gegen die physiologische Aufwanderung der distalen Zähne mit Gefahr eines Platzverlustes
    • als Prophylaxe gegen eine lokale Atrophie des Alveolarfortsatzes (würde spätere Implantation erschweren)
    • bei Milchzähnen mit schlechter Langzeitprognose (kariös teilzerstört, gefüllt oder bereits Wurzelresorptionen vorhanden)
  • dauerhaftes Belassen von Milchzähnen
    • i. d. R. bei Milchmolaren, die sich in gutem Zustand befinden (karies- und füllungsfrei, keine oder nur geringe Wurzelresorptionen)
    • Langzeitstudien bescheinigen Milchmolaren eine gute Langzeitprognose, daher als echte Therapievariante zu erwägen:
      Studie von Ith-Hansen und Kjaer: Studie von Bjerklin und Bennett:
      • Zeitraum: 14 Jahre
      • 18 Patienten (7 der ursprünglichen 25 wurden nicht reexaminiert) mit Nichtanlage von einem oder zwei 5'ern
      • insgesamt 26 Milchmolaren wurden beobachtet
      • 3 Milchmolaren wurden wegen Karies extrahiert, bei keinem kam es zur Exfoliation, keiner war gelockert
      • bei allen Milchmolaren, die eine Infraokklusion aufwiesen, kam es zur Ankylose
      • bei 3 Milchmolaren trat eine leichte Verstärkung der Infraokklusion auf
      • bei keinem Nachbarzahn kam es zu einer erheblichen Kippung
      • keiner der Antagonisten elongierte nennenswert
      • Schlussfolgerungen: Milchmolaren sind als Platzhalter geeignet, ihr Belassen ist eine akzeptable semi-permanente Lösung
      • Zeitraum: ca. 8 Jahre
      • 41 Patienten mit Nichtanlage beider UK-5'er => 59 beobachtete Milchmolaren
      • 5 Milchmolaren wurden extrahiert, bei zweien kam es zur Exfoliation
      • 55% der Milchmolaren wiesen am Ende der Studie eine Infraokklusion im Bereich zwischen 0,5 und 4,5 mm auf
      • alle Milchmolaren, die im Alter von 20 Jahren noch in situ waren, waren auch am Ende der Studie noch vorhanden
      • Schlussfolgerung: Milchmolaren, vor allem diejenigen, die nach dem 20. Lebensjahr noch in situ sind, haben eine gute Langzeitprognose
  • Risiken bei einem Belassen von Milchzähnen
    • es kommt häufig zu Infraokklusionen, da bei den Milchzähnen kein Wurzelwachstum mehr vorliegt und die Milchzahnwurzeln oft ankylosieren
    • der umgebende Alveolarfortsatz entwickelt sich mit den mesial und distal durchbrechenden bleibenden Zähnen vor allem vertikal weiter (siehe Case Report)
      • die Antagonisten von in Infraokklusion stehenden Milchmolaren können ggf. elongieren
      • unerwünschte Kippungen der Nachbarzähne können erfolgen
    • wird die Option eines kieferorthopädischen Lückenschlusses im Jugendalter nicht wahrgenommen, ist ein KFO-Lückenschluss im Erwachsenenalter oft sehr erschwert oder gar nicht mehr möglich (Gewebereaktion wird ungünstiger, Risiken erhöht, Kostenfaktor bei Erwachsenen-KFO)

Case Report: Benjamin H. (11 Jahre)

  • isolierte Nichtanlage des Zahnes 35
  • Milchzahn 75 in hervorragendem Zustand (füllungsfrei, Wurzeln intakt)
  • Therapieentscheidung: Belassen des Milchzahnes 75 aufgrund der zu erwartenden guten Langzeitprognose, keine Weisheitszahnanlage 38 sichtbar
  #pic# #pic#
  Nichtanlage 35 (11-jähriger Junge)

  • 5 Jahre später zeigen sich an Zahn 75 Wurzelresorptionen und eine deutliche Infraokklusion
  • Zahn 75 wird langzeitprovisorisch mit einem Komposit-Aufbau versorgt (Gefahr der Elongation der Antagonisten, Kippungen der Nachbarzähne)
  • bei Verlust des Milchzahnes rein prothetische Versorgung und/oder Implantation
  #pic# #pic#
  Milchzahn 75 in situ (16-jähriger Patient)

Lückenschluss durch Komposit-Aufbauten

  • durch den physiologischen Mesialdrift der Zähne werden Nichtanlagen-Lücken häufig unvollständig geschlossen
    • bei einseitigen Nichtanlagen kann es zu Mittenverschiebungen kommen (zur Seite der Nichtanlage)
  • in speziellen Fällen kann es sinnvoll sein, kleinere Restlücken in Regionen nicht angelegter Zähne auf diese Weise zu schließen
  • Komposit-Aufbauten stellen minimal-invasive Eingriffe an den Nachbarzähnen dar

Case Report: Renate S. (52 Jahre)

  • Lücke zwischen Zahn 11 und Zahn 13 aufgrund einer in der Jugend unbehandelten Nichtanlage von Zahn 12
  • mit Hilfe einer Bildbearbeitungssoftware wurde das Therapieergebnis visualisiert, das durch eine leichte Verschiebung der mittleren Schneidezähne nach rechts und anschließende Komposit-Aufbauten an 22, 21 und 11 erreichbar gewesen wäre (kostengünstigere Therapievariante)
  • die Patientin entschied sich aus ästhetischen Gründen für eine Lückenöffnung mit nachfolgender Implantatversorgung (Case Report: Therapie)
  Original-Foto#pic#Nichtanlage 12 "Imaging" (Fotomontage)#pic#Drei Frontzähne
Mittenverschiebung nach rechts, Kompositaufbauten, "fragwürdige Ästehtik"

Kieferorthopädischer Lückenschluss/Lückenöffnung (interdisziplinär)

  • Kieferorthopädischer Lückenschluss
    • symmetrisch oder asymmetrisch
    • Mesialisierung der Zähne distal der Nichtanlagen
    • Beispiele:
      • Nichtanlage zweiter Prämolaren => Mesialisierung der 1.,2. und ggf. 3. Molaren
      • Nichtanlage seitlicher Inzisivi => Mesialisierung aller Seitenzähne
    • derartige körperliche Zahnbewegungen sind adäquat nur mit festsitzenden Multiband/-bracket-Apparaturen durchzuführen
    • Vorteile:
      • keine kostenintensive und psychologisch belastende prothetische oder chirurgisch-prothetische Versorgung erforderlich
      • körpereigene Zahnsubstanz ist jedem Ersatz überlegen
      • bei Brückenersatz oder Implantaten lebenslanger Recall erforderlich
    • Nachteile:
      • ggf. lange Behandlungszeit durch umfangreiche Zahnbewegungen mit den damit verbundenen Risiken (z. B. Wurzelresorptionen und Demineralisierungen)
      • Gefahr von Restlücken (vor allem im Unterkiefer)
      • ggf. Kompromisse bezüglich der Ästhetik (unterschiedliche Zahnformen)
      • ggf. Kompromisse bezüglich der Okklusion

Case Report: Jenniffer M. (15 Jahre)

  • bei Nichtanlage von oberen zweiten Schneidezähnen kann ein kieferorthopädischer Lückenschluss erfolgen
  • Vorteil: keine prothetische Versorgung notwendig
  • Nachteile: Kompromisse bezüglich der Behandlungsdauer und Ästhetik sowie bei der Qualität der statischen und dynamischen Okklusion
  #pic# #pic# #pic#
    Nichtanlagen 12,22: Zustand nach symmetrischem,
kieferorthopädischem Lückenschluss (15-jähriges Mädchen)
  • Lückenöffnung bzw. Offenhalten von Lücken
    • bei Verlust eines Milchzahnes ohne bleibenden Nachfolger muss eine Entscheidung für oder gegen den kieferorthopädischen Lückenschluss getroffen werden
      • sollen Lücken nicht geschlossen werden, sind festsitzende oder herausnehmbare Lückenhalter indiziert
    • soll eine Nichtanlagen-Lücke definitiv durch ein Implantat oder rein prothetische Maßnahmen geschlossen werden, so ist häufig eine Lückenöffnung nach Angaben der Chirurgen/Prothetiker indiziert

Case Report: Renate S. (52 Jahre)

  • Restlücke durch Nichtanlage 12
  • für eine Implantatversorgung ist eine Lücke von 6-7 mm erforderlich
  #pic# #pic# #pic#
  Nichtanlage 12: Restlücke 13-11, reklinierte Frontzähne, Lücke 23-24
  • festsitzende KFO-Therapie:
    • Lückenöffnung regio 12 mit Multibracket-Apparatur für interdisziplinäre Implantatversorgung
    • Distalisierung von Zahn 23
    • Mittenverschiebung der Zähne 22, 21 und 11 nach links sowie Proklinierung dieser Zähne
    • die Klasse I-Verzahnung im Seitenzahnbereich wurde während der Therapie stabilisiert und nicht verändert
  #pic#Lückenöffnung regio 12

Therapiealternative bei Hypodontien: Chirurgische Maßnahmen

  • Steuerung des Zahndurchbruchs permanenter Zähne durch Extraktionen
    • entscheiden sich Behandler und Patient für einen kieferorthopädischen Lückenschluss, kann es sinnvoll sein, die betreffenden Milchzähne zu einem geplanten Zeitpunkt zu extrahieren, um den Durchbruch sowie die Durchbruchsrichtung der distal durchbrechenden bleibenden Zähne positiv zu beeinflussen (Zeitgewinn)
    • ist z. B. asymmetrisch ein zweiter Prämolar nicht angelegt bei gleichzeitig vorliegendem primären Frontengstand, können zeitgerechte Extraktionen von Milchzähnen bzw. des bleibenden Prämolaren auf der Gegenseite das Fortschreiten der KFO-Behandlung unterstützen
  • Transposition eigener Zähne in Nichtanlagen-Lücken
    • z. B. von Weisheitszähnen zum Ersatz nicht angelegter Prämolaren oder Molaren
  • Implantatversorgung
    • erfordern ausreichend Platz (z. B. 6 mm für einen seitlichen Schneidezahn)
    • wird i. d. R. erst nach Abschluss des Wachstums durchgeführt → Offenhalten von Lücken notwendig (Implantationen während des Wachstums zum Knochenerhalt werden kontrovers diskutiert)

Case Report: Renate S. (52 Jahre)

  • kieferorthopädische Lückenöffnung ist erfolgt (6 mm)
  • Implantation regio 12
  #pic#nach der KFO-Vorbehandlung #pic#intraoperativ: Implantation regio 12

  • fertige Suprakonstruktion
  #pic# #pic#
  Suprakonstruktion: Krone 12

Prothetische Maßnahmen

  • Adhäsiv-Brücken
  • Brücken
  • partielle Prothesen
  • Suprakonstruktionen auf Implantaten
  • als kieferorthopädische Vorbehandlung können notwendig sein:
    • definitive Versorgung erst nach Wachstumsabschluss möglich → Offenhalten von Lücken notwendig
    • Positionierung/Aufrichtung von Pfeilerzähnen
    • Hebung des Tiefbisses bei Oligodontie (wenige Zähne/keine antagonistischen Kontakte → Bissabsenkung)

Übersicht: Therapievarianten bei Hypodontien

  • sowohl der kieferorthopädische Lückenschluss als auch prothetische und/oder implantologische Vorgehensweisen haben Vor- und Nachteile
  • diese Vor- und Nachteile muss der Behandler sorgfältig abwägen, den Patienten umfassend aufklären und mit diesem zusammen eine Therapievariante festlegen
Therapievarianten bei Nichtanlagen Vorteile Nachteile
Geplante Milchzahnpersistenz
  • Studien belegen gute Langzeitprognose von Milchzähnen in gutem Zustand
  • keine recallbedürftigen, defektanfälligen körperfremden Materialien in situ
  • Milchzahn dient als 'Langzeitplatzhalter' (prothetische Versorgungen haben keine unbegrenzten Überlebenszeiten)
  • keine Mesialisierung aller distalen Zähne mit zeit- und kostenintensiver Multibracket-Behandlung notwendig (Minimierung der Risiken)
  • keine das Kind belastende Milchzahn-Extraktion
  • Restrisiko von Wurzelresorptionen (Case Report)
  • Restrisiko von Infraokklusionen (Case Report)
  • bei Infraokklusion Gefahr der Elongation von Antagonisten und Kippungen von Nachbarzähnen
  • bei spätem Milchzahnverlust im Erwachsenenalter schlechtere Vorraussetzungen für KFO-Lückenschluss (schlechtere Gewebereaktion, höhere Risiken)
  • evtl. psychologische Belastung für den Patienten, "noch einen Milchzahn zu besitzen"
Lückenschluss durch Komposit-Aufbauten
  • einfache und kostengünstige Lösung
  • minimal-invasive konservierende Komposit-Aufbauten mit Schmelz-Ätztechnik (Case Report)
  • keine oder nur kurze (z. B. bei KFO-Vorbehandlung zur Einstellung von Restzähnen) festsitzende MB-Behandlung
  • nur bei kleineren Restlücken möglich
  • u. U. ästhetisch fragwürdige Ergebnisse, bei initial physiologischer Kronenform entstehen u. U. zu breite Zahnformen (Case Report)
  • evtl. Kompromisse bei der Einstellung der dentalen Mitten (Case Report)
Kieferorthopädischer Lückenschluss
  • Lückenschluss durch eigenes Zahnmaterial (Verzicht auf körperfremde, kosten- und recall-intensive körperfremde Materialien)
  • im Rahmen der 'normalen' KFO-Therapie können Nichtanlagen-Befunde sinnvoll in die Behandlungsplanung eingebaut werden (z. B. Nutzung des Platzgewinns bei Engständen)
  • je nach Zahngruppe und Position können bestimmte Zähne ohne ästhetische und funktionelle Einschränkungen an die Stelle anderer Zähne treten (z.B. UK 4'er an Stelle eines UK 3'ers)
  • Patient ist austherapiert, keine späteren zahnmedizinischen Interventionen geplant
  • kein Verlust von Zahnhartsubstanz, wie z. B. bei einem Lückenschluss mit einer konventionellen Brückenversorgung
  • Kompromisse bezüglich der Ästhetik und Funktion, wenn Zähne an die Position ihrer Nachbarzähne anderer Zahngruppen treten (z. B. 3'er an Stelle eines 2'ers; Case Report)
  • bei asymmetrischen Nichtanlagen sind evtl. Ausgleichsextraktionen erforderlich
  • festsitzende MB-Behandlung erforderlich
  • ein asymmetrischer Lückenschluss ist komplizierter und risikoreicher (dentale Mittenverschiebung, Kollabieren der betroffenen Zahnbogenhälfte)
  Vorteile Nachteile
Chirurgische Maßnahmen  
  • psychologisch belastende Therapie für den Patienten
  • Operations-Risiken
  • aufwändige Behandlungskonzepte
  • Transpositionen
  • kein körperfremdes Material in situ
  • viele Risiken: z. B. Entzündungen, Ankylosierungen, Ersatzresorptionen, Infraokklusionen
  • zwei OP-Gebiete - hohe Patientenbelastung
  • Größe und Form entspricht nicht dem nichtangelegten Zahn => Kompromisse an Ästhetik und Funktion (z. B. 8'er an Prämolarenstelle)
  • Implantate
  • keine prothetischen Pfeilerzähne mit erheblichem Substanzverlust beim Präparieren notwendig
  • festsitzende Suprakonstruktionen möglich
  • Prophylaxe gegen Alveolarfortsatz-Knochenatrophie im Lückenbereich
  • Implantate haben heute eine sehr gute Langzeitprognose (inerte Materialien und Konstruktionen)
  • Insertion körperfremder Materialien
  • kostenintesives, aufwendiges Konzept mit nachfolgender prothetischer Versorgung (Suprakonstruktionen)
  • lebenslanger Recall erforderlich
  • während des Wachstums weitgehend kontraindiziert
  • Risiken bezüglich Infektionen von Knochen und Gingiva
  • definierte Mindestgrösse der Zahnlücke für die Insertion erforderlich (evtl. KFO-Vorbehandlung zur Lückenöffnung erforderlich)
  • perfekte Mundhygiene notwendig
  Vorteile Nachteile
Prothetische Maßnahmen
  • verglichen mit einer KFO-Behandlung realtiv kurze Behandlungszeiten
  • je nach gewählter Versorgung kostenintensiv
  • körperfremdes Material in situ
  • regelmäßiger Recall erforderlich
  • konventionelle Brücke
  • belastbarer als z. B. Klebebrücken
  • großer Substanzverlust an den Pfeilerzähnen
  • Verblockung von Zähnen => physiologische Beweglichkeit fehlt, Hygienefähigkeit schlechter
  • Gefahr von Karies durch Randspalten
  • Klebebrücke
  • zahnsubstanzschonend
  • schlechtere Stabilität
  • Gefahr des unbemerkten Lösens eines Flügels => Karies


Quellen

  • Backman B, Wahlin YB. Variations in number and morphology of permanent teeth in 7-year-old Swedish children. Int J Paediatr Dent. 2001 Jan;11(1):11-7.
  • Bjerklin K, Bennett J. The long-term survival of lower second primary molars in subjects with agenesis of the premolars. Eur J Orthod. 2000 Jun;22(3):245-55.
  • Bodin I, Julin P, Thomsson M. Bodin I, Julin P, Thomsson M. Hyperodontia. I. Frequency and distribution of supernumerary teeth among 21,609 patients. Dentomaxillofac Radiol. 1978;7(1):15-7.
  • Bodin I, Julin P, Thomsson M. Hyperodontia. II. Supernumerary molars. Dentomaxillofac Radiol. 1978;7(2):83-6.
  • Burzynski NJ, Escobar VH. Classification and genetics of numeric anomalies of dentition. Birth Defects Orig Artic Ser. 1983;19(1):95-106. Review.
  • Harzer W. Lehrbuch der Kieferorthopädie, Hanser-Verlag 1999
  • Huang WH, Tsai TP, Su HL. Mesiodens in the primary dentition stage: a radiographic study. ASDC J Dent Child. 1992 May-Jun;59(3):186-9. Review.
  • Hülsmann, M. [Dens invaginatus--its etiology, incidence and clinical characteristics (I). A review] Schweiz Monatsschr Zahnmed. 1995;105(6):765-76. Review. German.
  • Hülsmann, M. Dens invaginatus: aetiology, classification, prevalence, diagnosis, and treatment considerations. Int Endod J. 1997 Mar;30(2):79-90. Review.
  • Ith-Hansen K, Kjaer I. Persistence of deciduous molars in subjects with agenesis of the second premolars. Eur J Orthod. 2000 Jun;22(3):239-43.
  • Urban & Fischer Verlag Lexikon Zahnmedizin Zahntechnik Version 1.0, © 2000 Urban & Fischer Verlag, München-Jena, CD-ROM -1. Auflage- 2000, ISBN 3-437-05070-2 (CD-ROM), ISBN 3-437-05080-X (Hardcover mit CD-ROM), ISBN 3-437-05060-5 (Hardcover ohne CD-ROM)
  • Rizzuti N, Scotti S. A case of hyperodontia with twenty-two supernumeraries: its surgical-orthodontic treatment. Am J Orthod Dentofacial Orthop. 1997 May;111(5):471-80.
  • Schröder HE. Pathobiologie oraler Strukturen. Karger-Verlag 1997 (3. Auflage).
  • Seow WK, Lai PY. Association of taurodontism with hypodontia: a controlled study. Pediatr Dent. 1989 Sep;11(3):214-9.
  • Weise. Zahnärztliche Rundschau 66