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Autonomes (vegetatives) Nervensystem, Pathologie

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Inhaltsverzeichnis:



    Pathologische Abläufe in der Funktion des vegetativen Nervensystems haben vielfältige Ursachen:

    Lebensalter Abnahme der Regelfunktion
    Trauma Verletzung von Strukturen des Gehirns und Rückenmarkes
    Infektionen AIDS, Poliomyelitis, Syphilis, Tetanus, Botulismus
    Toxine Gifte, Alkohol
    Zentrale Läsionen Zerebrovaskulär, multiple Sklerose, Tumoren des Hypothalamus und Hirnstammes
    Tumoren Gehirn, Rückenmark
    Stoffwechselerkrankungen Diabetes mellitus, Urämie, Vitaminmangel, Amyloidose
    Pharmaka Anästhetika, Clonidin, Alpha-Methyl-Dopa, Alpha- und Beta-Blocker, Sympathikolytika, Sympathikomimetika, Cholinomimetika, Anticholinesterasen
    Chirurgische Eingriffe Vagotomie, Sympathektomie

    Typische Folgeerscheinungen pathologischer Funktionsabläufe im vegetativen Nervensystem betreffen:

    Schädigung des Hypothalamus:
    Wahrnehmung - Bewusstsein
    endokrine Regulationsstörungen
    Haushalt der Körperflüssigkeiten
    Wärmeregulation
    Energieumsatz
    Hyperphagie - Fettsucht
    Anorexie - Magersucht
    Hyperthermie
    Diabetes insipidus
    Schlafsucht
    emotionale Störungen
    Poikilothermie
    Peripheres vegetatives Nervensystem:
    Pupillenfunktion
    Herzfrequenz
    Lungenfunktion
    peripherer Widerstand
    Thermoregulation
    gastrointestinale Funktionsstörungen
    Harnblasenfunktion
    Enddarmfunktion
    Sphinkterfunktion
    Sexualorganfunktion

    Behandlungsansätze bieten sich überwiegend lediglich in der symptomatischen Stimulation oder Blockade des Sympathikus und Parasympathikus an. Chirurgische Eingriffe am vegetativen Nervensystem einschließlich der proximalen selektiven Vagotomie bei Hyperazidität und Ulkuskrankheit sind verlassen worden. Insbesondere hat die Sympathektomie bei arteriellen Durchblutungsstörungen nicht zu den erwarteten Resultaten geführt.
    Die Identifikation und Trennung von Hirnarealen, welche die sympathischen und parasympathischen Funktionen steuern sind Gegenstand intensiver Forschungen mit dem Ziel, einst Ansatzpunkte für die lokale konservative und operative (stereotaktische) Therapie zu gewinnen.