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| IMC Wiki | Überempfindlichkeitsreaktionen

Überempfindlichkeitsreaktionen

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Pathologie: #pic#
Im Erstkontakt erfolgt die Sensibilisierung und die Produktion von IgE aus Plasmazellen. Sie verteilen sich in den Geweben. Mastzellen und basophile Leukozyten tragen Antikörpermoleküle auf der Zellmembran.
Bei erneutem Antigenkontakt kommt es zur Verbindung mit dem Antikörper und einem ATP-Absinken in der Zelle, Reiz für die Degranulation, massive Ausschüttung von Histamin und a-Mediatoren. Sie führen zu einer Gefäßerweiterung und Kontraktion glatter Muskulatur des Darmes und der Lunge. Es entwickelt sich häufig ein anaphylaktischer Schock.

Symptome:
Urtikaria, Rhinitis, Konjunktivitis, Extrinsic Asthma, Quincke-Ödem, Schockzeichen

Akuttherapie:
Bei IgE-vermittelten Reaktionen werden Antihistaminika und Mastzellenstabilisierende Substanzen, z. B. Dinatriumglycinsäure, angewendet. Bei Asthma bronchiale zusätzlich Antiobstruktiva und Mukolytika. Bei Schockzeichen werden Adrenalin und Steroide bis zur Kreislaufstabilität injiziert bzw. infundiert.

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Überempfindlichkeitsreaktion vom antikörpervermittelten zytotoxischen Typ. Die Typ II-Reaktion - zytotoxische Reaktion - wird durch IgM und IgGAntikörper hervorgerufen. Hierzu gehören: Induzierte Hämozytopenien, fetale Hämozytopenien, Transplantatsofortreaktion, autoimmune Hämozytopenien, Goodpasture-Syndrom, Pemphigus vulgaris, chronisch atrophische Gastritis.

Pathologie:
Anämie durch AK-Bildung gegen normale Erythrozyten. Leukopenie durch Fremdantigene. Thrombopenie durch Antigenanlagerung, häufig endogener AG, Goodpasture-Syndrom: Antikörper gegen Kollagen IV, die Basalmembranen: Niereninsuffizienz, Phemphigus vulgaris durch Zerstörung der Interzellularsubstanz der Haut.
Die Manifestation der Allergien wird begünstigt von Erbfaktoren, Alter (Jugend begünstigt, Alter baut Risiken ab), Exposition (viele Antigene, höheres Risiko), Stress im Alltag.

Diagnose:
klinische Symptomatik, Nachweis der Sensibilisierung, welcher Art der Sensibilisierung, Provokationstests, Hauttests mit vielen Antigenen, Laborreaktionen

Prophylaxe:
Es funktioniert die Vermeidung von Antigenkontakt nach Maßgabe der Tests.

Therapie:
Antiallergika, Antihistaminika, Steroide, notfalls Adrenalin (Schock), Desensibilisierung (Hemmung der Immunreaktion durch steigende Antigendosierungen), Immunsuppression (analog der Transplantaterhaltung), Toleranzinduktion medikamentös

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Zur Diagnose:
Die Diagnose von Überempfindlichkeitsreaktionen ist in erster Linie eine klinische, etwa die Feststellung einer Urtikaria.

Typ III-Reaktion #pic#
Immunkomplexreaktion (früher "Sofortreaktion vom Arthus-Typ")
Die Typ III-Reaktion ist Folge der Immunkomplexbildung mit Lokalisation in den Geweben oder im Blut.
Im Gewebe entstehen Alveolitis ("Farmerlunge"), an der Serosa Serositis, Serumkrankheit, am Gefäßendothel Vaskulitis, Serumkrankheit.

Klinisch:
Endokarditis, Perikarditis, Pleuritis, Peritonitis, Glomerulonephritis und alle weiteren Oberflächen mit den Symptomen der schmerzhaften Entzündung, Ergüssen, Husten, Magen-Darm-Beschwerden und Sehstörungen durch Retinitis, Iritis und aller anderen Oberflächen des Auges

Typ IV-Reaktion #pic#
zelluläre Immunreaktion, zwei Typen:
  1. zelluläre Zytotoxizität
  2. zellvermittelte verzögerte Immunreaktion
Verantwortlich sind zytotoxische T-Lymphozyten.

Erkrankungen sind unter 1 (Zytotoxizität):
Hepatitis B, Diabetes Typ I, Demyelinisierungsprozesse, Transplantatabstoßung, Graft-versus-host-Reaction, autoimmune Hepatitis

unter 2 (verzögerter Typ):
Kontaktekzem, Glutenenteropathie, Transplantatabstoßung

Pathologie:
Die Toxizität geht auf Zelloberflächen mit fremden Antigenen, z. B. virusbefallene Zellen. Es entstehen neue Antigene, die die zytotoxische Immunreaktion auslösen, Zellen zerstören. Diese Reaktion gilt auch für bestimmte Tumorzellen, die ja genetisch veränderte Proteine beherbergen. So können Tumorzellen durch Immunreaktionen zugrunde gehen. Gegenstand intensiver Forschung seit vielen Jahren.

Klinik der Überempfindlichkeitsreaktionen

Ätiologie der pathogenen Immunreaktionen
Auslöser sind Lymphozyten oder Antikörper. Sie können in sämtlichen Geweben agieren. Die Reaktion beginnt stets am Eintrittsort des Antigens, z.B. Nase - Heuschnupfen. Immunkomplexe tragen die Reaktionen in andere Gewebe, z. B. die Blutbahn. Die Ursachen sind im Grunde nicht geklärt. Zu geringer Antigenkontakt in der Kindheit wird diskutiert.
Gezielte diagnostische Methoden erlauben meistens die Spezifizierung. Die Therapie besteht aus Sofortmaßnahmen, z. B. die Anwendung von Sympathikomimetika und Langzeitprophylaxe und -therapie, z. B. Schutz vor dem Antigen und Desensibilisierung (Tab.).
Nach Organverpflanzungen werden allergische Reaktionen (Typ IV) durch prophylaktische Immunsuppression vermieden (s. u.).

Diagnostische Hilfsmittel und Therapie allergischer Reaktionen
Diagnostik Therapie
Hauttest Antigenentzug
Provokationstest Hyposensibilisierung
Radioallergosorbenttest(RAST) Dinatrium cromoglicicum (Hemmung der Mediatorenfreisetzung)
Coombs-Test Sympathikomimetika
Präzipitinnachweis (Vasokonstriktion, Bronchodilatation
Immunkomplex-Nachweis Mastzell-Degranulationshemmung)
radioimmunologischer Antikörpernachweis Adrenalin (Vasokonstriktion, Herzzeitvolumen)
Glukokortikoide (Hemmung der Entzündungsmediatoren)
Antihistaminika (Hemmung der Histaminfreisetzung)

Zur Symptomatik:
Entsprechend den oben genannten möglichen Krankheitsbildern, welche detailliert in den entsprechenden Organkapiteln diskutiert werden, können Überempfindlichkeitsreaktionen mit ganz unterschiedlichen Symptomen einhergehen, vom Asthmaanfall bis zu Myasthenia gravis. Eine Systematik ist hier nicht möglich.

Zur Diagnostik:
  1. zelluläre Techniken: Nachweis von T-Zellreaktion
  2. Kutantest (Hauttest) (mit Antigen)
  3. Gewebetest (Reaktion an entnommenen Geweben)
  4. Provokationstest (Provokation eines Erkrankungsschubes)
Weit verbreitet, ungefährlich und einfach in der Handhabung sind die Kutantests sowie die morphologische Untersuchung und histologische Diagnose der Erkrankung, z. B. Hepatitis B, deren Zusammenhang mit Überempfindlichkeitsreaktionen man kennt.

Zur Prophylaxe und Therapie:
Die prinzipiellen prophylaktischen und therapeutischen Möglichkeiten umfassen:
  • Allergenentzug
  • Hyposensibilisierung
  • Immunsuppression
  • Rhesusprophylaxe
  • Antiphlogistika
  • Immunglobuline
  • Antiallergika
  • Kortikosteroide
  • Schocktherapie
  • Volumenersatz
Die pflegerischen Maßnahmen zielen insbesondere auf die Vermeidung des Allergenkontaktes (Räume, Kleidung), die Behandlung lokaler Veränderungen, z. B. der Urtikaria, allgemeine Pflegemaßnahmen der Haut und Schleimhäute, Psychotherapie der Angstzustände.