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Antibiotika und Chemotherapie

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Die Kunst der Chemotherapie liegt im Herausfinden, mit welcher Substanz man schnelle Erfolge erzielt. Chemotherapeutika sind synthetische, Antibiotika natürliche, von Pilzen oder Bakterien produzierte Substanzen mit antimikrobiellen Eigenschaften.
Die Anwendung dieser Substanzen muss indiziert sein. Bei Kenntnis der Infektionserreger sind diejenigen Substanzen anzuwenden, welche bei guter Verträglichkeit und unter Beachtung der Kontraindikationen, etwa bei chronischen und akuten Organerkrankungen, die optimale Wirkung entfalten. Hierzu dient der bakteriologische Erregernachweis und die Resistenzbestimmung. Die Anwendung von Antibiotika ersetzt nicht die chirurgische Sanierung von Infektionsherden. Die Behandlungsdauer beträgt den Zeitraum der klinischen Infektionssymptomatik plus 3 bis 4 Tage. Bei ungenügender Wirksamkeit und nach langer Behandlungsdauer muss das Antibiotikum gewechselt werden.

Die lokale Anwendung von Chemotherapeutika und Antibiotika ist nur selten indiziert und effektiv. Hier sind Antiseptika und Desinfizienzien, z. B. PVP-Jod, meistens besser geeignet. Ausnahmen sind die Behandlung von Infektionen des Knochens, Kunststoffimplantaten. Dann sollen aber Substanzen verwendet werden, die nicht für die systemische Behandlung verwendet werden.
Unsachgemäße lokale Anwendung dieser Substanzen kann zur Kreuzsensibilisierung, zu einer Vernichtung einer bestimmten Erregerart und damit Überwucherung anderer Keime führen.

Die Antibiotikaprophylaxe noch vor Eintritt einer Infektion ist indiziert, wenn nach chirurgischen Eingriffen mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Infektion zu befürchten ist. Das sind Operationen am anaziden Magen, am Kolon, bei der Verwendung von Implantaten. Darüber hinaus empfiehlt sich eine gezielte Antibiotikaprophylaxe bei Patienten mit Immunschwäche, hämatologischen Erkrankungen nach ausgedehnten Traumen, Schockzuständen und anderen die Resistenz mindernden Umständen.
Die Antibiotikapropyhlaxe beschränkt sich auf einen kurzen perioperativen Zeitraum von 24 Stunden, beginnend ein bis zwei Stunden vor der Operation.

Antimikrobielle Substanzgruppen

In der Praxis finden vier Substanzgruppen Anwendung:
  • Penicilline
  • Cephalosporine
  • Aminoglykoside
  • Chinolone
  • sonstige
Penicillin G und seine Derivate werden bevorzugt eingesetzt bei Infektion durch:
Streptokokken Clostridien
Pneumokokken Treponemen
Gonokokken Aktinomyzeten
Meningokokken  

Penicilline hemmen die Transpeptidierungsreaktionen bei der Quervernetzung polymerer Glykopeptide und wirken so bakterizid. Sie können zur Sensibilisierung und allergischen Reaktionen führen.
Durch chemische Strukturveränderungen sind eine Reihe von bakteriologischen Wirkungsänderungen vorgenommen worden. Sie führten zu Veränderungen des Wirkungsspektrums, der Applikationsart und unerwünschter Nebenwirkungen.

Cephalosporine

Cephalosporine wirken ähnlich wie Penicilline durch Bindung an Membranproteine der Erreger. Sie werden erfolgreich bei grampositiven und gramnegativen Keimen eingesetzt:

Staphylokokken E. coli
Streptokokken Proteus
  Klebsiellen

Als Nebenwirkungen werden allergische Reaktionen, Leberfunktionsstörungen, Nierenfunktionsstörungen und gastrointestinale Komplikationen beobachtet.

Aminoglykoside

Aminoglykoside entfalten ihre antimikrobielle Aktivität durch den Eingriff in die Proteinbiosynthese der Ribosomen. Sie werden eingesetzt bei Infektionen durch:

Enterobacter E. coli
Proteus Pseudomonas
Klebsiellen Serratia

Als Nebenwirkung werden beobachtet Nierenfunktionsstörungen, Schädigungen des Ohres, allergische Reaktionen, neuromuskuläre Blockaden, Schädigungen der Leber und der Blutbildung.

Chinolone

Fluoro-Chinolone, neue Entwicklungen unter den Antibiotika, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie werden eingesetzt gegen gramnegative Erreger. Ihre Wirksamkeit gegenüber grampositiven Kokken und Anaerobiern ist gering. In der Praxis werden sie heute bei Infektionen der Bauchhöhle, der Lunge und der Harnwege bevorzugt eingesetzt. Nebenwirkungen können als allergische Reaktionen, Nierenschädigung, Leberschädigung und Störungen der Funktion des Gastrointestinaltraktes beobachtet werden.