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| IMC Wiki | Infektion, von der lokalen I. zur bakteriellen und toxischen Allgemeinerkrankung

Infektion, von der lokalen I. zur bakteriellen und toxischen Allgemeinerkrankung

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Aus regional begrenzten können generalisierte Infektionen werden. Unbehandelt können lokale Infektionen durch die körperliche Abwehr spontan ausheilen. Vielfach entstehen durch die Ausbreitung der Infektion auf dem Lymphwege (Lymphangitis) oder die Venen (Phlebitis) generalisierte Infektionen. Diese können zu Infektionsmetastasen (Sekundärinfektion) und nach dem Einbruch dieser z. B. in Hohlorgane weitere Absiedlungen (Tertiärinfektionen), z. B. die eitrige Cholangitis aus einem Leberabszess, entstehen. Ein Teil lokaler Infektionsherde führt zur Bakteriämie, ohne jedoch jemals eine Sekundärinfektion (septische Metastase) hervorzurufen. Schließlich führen einige, besonders anaerobe, Infektionen zwar nie zur Sepsis, rufen indessen durch die Produktion von Toxinen schwere toxische Allgemeinerkrankungen, z. B. Tetanus, hervor.

Lymphangitis

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Morphologie: zur Abszedierung neigende Infektion der Lymphbahnen und Lymphknoten vom infizierten Verletzungsort ausgehend
Diagnose: gerötete Lymphabflusswege, vergrößerte Lymphknoten, Entzündungszeichen
Erreger: Staphylokokken, Streptokokken, Mischinfektionen
Lokalisation: vorwiegend Extremitäten mit Eintrittspforten an Händen und Füßen
Therapie: Sanierung der Eintrittpforte, Antibiotika, feuchte Umschläge, Inzision der Einschmelzungen

Rote Streifen und geschwollene, schmerzhafte Lymphknoten sind ein Alarmzeichen.

Phlebitis

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Morphologie: infizierte Thrombose einer oder mehrerer Venen, gelegentlich mit Einschmelzung
Diagnose: druckschmerzhafte strangförmig gerötete Vene, Fieber
Erreger: Staphylokokken, Streptokokken, Mischinfektionen
Lokalisation: alle peripheren Venen, Pfortader, Sinus cavernosus bei Oberlippenfurunkel; bei Fortschreiten Entstehung septischer Metastasen: Hirnabszesse, Leberabszesse, Lungenabszesse
Therapie: Beseitigung der Infektionsquelle, Ruhigstellung, systemische Antibiotikatherapie. Bei Abszedierung: Inzision und Drainage, Unterbindung der Vena angularis

Oberflächliche Venenentzündungen sind meistens harmlos, tiefe äußerst gefährlich.

Bakteriämie und Sepsis

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Morphologie: toxische und bakterielle Allgemeininfektion durch Eintreten von Bakterien und Toxinen über die Lymphgefäße oder Venen in die Blutbahn - septische Metastasen
Diagnose: rezidivierende Fieberschübe > 40°C, schwere toxische Allgemeinsymptome, Infektionsquelle, z. B. Peritonitis, bakteriologischer Erregernachweis, septischer Schock, Ikterus, Somnolenz, Nierenversagen
Erreger: nichtmetastasierende Sepsis: Streptokokken, gramnegative Keime: E. coli, Klebsiella, Aerobacter, Pseudomonas aeruginosa, Proteus;
metastasierende Sepsis: Erreger aus Abszessen, Phlegmonen, überwiegend Staphylokokken in Organe metastasierend
Therapie: Beseitigung der Sepsisherde, z. B. Peritonitis, chirurgisch, Antibiotikatherapie, Behandlung des septischen Schocks, Intensivtherapie

Haben die Infektionserreger die Körperperipherie überwunden, dringen sie in die Blutbahn und damit in sämtliche Gewebe des Organismus ein. Ein schweres Krankheitsbild mit hoher Sterblichkeit entsteht: Die Sepsis.

Septischer Schock

Pathophysiologie: anfangs hyperdynamisches Stadium, arterielle Drücke bei normalem Blutvolumen erniedrigt; arterio-venöse Shunts, mikrozirkulative Störung, O2-Verwertungsstörungen durch Entkoppelung der Phosphorylierung; schwerste Zellschädigungen führen zum hypodynamischen Schock und Multiorganversagen
Diagnose: Sepsis plus Schock, Erreger oder Endotoxinnachweis; Organversagen
Erreger: Endotoxin, Bakterien verschiedenster Art (siehe Sepsis)
Lokalisation: generalisiert
Therapie: chirurgische Herdsanierung, organunterstützende Maßnahmen (Dialyse, Beatmung), Antibiotika, Kortison (Toxine)

Weiterführende Artikel

> Schock (kardiovaskuläres System)