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Anzahl der benötigten Implantate in Bezug auf die Gebisssituation in Übereinstimmung mit den Berufsverbänden der Oralchirurgen und MKG-Chirurgen

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Einzelzahnersatz

bis zu 4 Zähne der OK-Front fehlen
(klinisch intakte Nachbarzähne sowie erhaltener Alveolarfortsatz)
1 Implantat je fehlendem Zahn

bis zu 4 Zähne der UK-Front fehlen
(klinisch intakte Nachbarzähne sowie erhaltener Alveolarfortsatz)
2 Implantate

Reduzierter Restzahnbestand

Bei der implantologischen Versorgung des reduzierten Restgebisses ist die Bezahnung des Gegenkiefers in der Planung zu berücksichtigen. Darüber hinaus gelten die Regeln der konventionellen Prothetik.

Freiendsituation

Zähne 7 und 8 fehlen keine Indikation zur Implantation
Zähne 6, 7 und 8 fehlen 1-2 Implantate
Zähne 5, 6, 7 und 8 fehlen 2-3 Implantate
Zähne 4, 5, 6, 7 und 8 fehlen 3 Implantate

Schaltlücke

Versorgung einer großen Schaltlücke durch festsitzenden Zahnersatz
1-2 Implantate an statisch sinnvollen Positionen

Stark reduzierter Restzahnbestand

Die Anzahl der vorhandenen erhaltungswürdigen Zähne reduziert die Zahl der benötigten Implantate:
  1. Für die Verankerung eines festsitzenden Zahnersatzes sind
    im Oberkiefer 6-8 Pfeiler,
    im Unterkiefer 6 Pfeiler notwendig.
    Z. B. bei 2 erhaltungswürdigen Zähnen im Oberkiefer 6 Implantate,
    bei 2 erhaltungswürdigen Zähnen im Unterkiefer 4 Implantate
    (sofern die Restzähne in statisch günstigen Positionen stehen).

  2. Für die Verankerung eines abnehmbaren Zahnersatzes sind
    im Oberkiefer 4-6 Pfeiler,
    im Unterkiefer 4 Pfeiler notwendig.

Zahnloser Kiefer

  1. Für die Verankerung eines festsitzenden Zahnersatzes sind:
    im zahnlosen Oberkiefer 6-8 Implantate,
    im zahnlosen Unterkiefer 6 Implantate notwendig.

  2. Für die Verankerung eines herausnehmbaren Zahnersatzes sind
    im zahnlosen Oberkiefer 4-6 Implantate,
    im zahnlosen Unterkiefer 4 Implantate notwendig.
Die definitive Anzahl der Implantate richtet sich stets nach der jeweiligen Gesamtsituation und der Position der vorhandenen natürlichen Zähne, so dass die endgültige Entscheidung dem Behandler in Absprache mit seinem Patienten obliegt.

Grundsätzliches zur Anzahl und Größe der Implantate

Grundsätzlich gilt, dass mit zunehmender Anzahl, Durchmesser und Länge der inserierten Implantate auch die Oberfläche für die knöcherne Integration und damit die Wahrscheinlichkeit einer stabilen Implantatsituation zunimmt. Der am stärksten begrenzende Faktor in dieser Hinsicht ist die anatomische Situation des Patienten. Anatomische Bedingungen wie der Alveolarkanal oder der Sinus maxillaris als auch lokale Faktoren wie Alveolarfortsatzhöhe und -breite können die Platzierung einer idealen Anzahl oder Länge von Implantaten begrenzen.
Winkler et al. (2000) verglichen in einer Studie von fast 300 Implantaten die Überlebensdaten von 3+-Implantaten (Durchmesser von 3 mm bis 3,9 mm) und 4+-Implantaten (Durchmesser von 4 mm bis 4,9 mm) mit Längen von 7, 8, 10, 13 und 16 mm. Die Resultate nach 6 Monaten zeigten, dass kürzere Implantate verglichen mit längeren Implantaten statistisch eine kürzere Überlebensdauer haben. Auch hinsichtlich der Breite hatten die Implantate mit 3+ mm im Durchmesser eine niedrigere Erfolgsrate als die Gruppe 4+.

Je kürzer das Implantat, um so grösser muß die Anzahl der Implantate sein, besonders wenn eine vollständig implantat-gestützte Prothese inseriert werden soll.
Worthington und Rubenstein (1998) stellten fest, daß eine geringe Knochenhöhe genügen kann, wenn als definitive Versorgung eine implantatretinierte Overdentureprothese anstatt einer rein implantatgetragenen Brücke geplant wird.


Quellen

  • Winkler S, Morris HF, Ochi S (2000)   Implant survival to 36 months as related to length and diameter.   Ann Periodontol 5:22-31
  • Worthington P, Rubenstein JE (1998)   Problems associated with the atrophic mandible.   Dent Clin North Am 42:129-60