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Unterkühlung

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Inhaltsverzeichnis:



    Ätiologie
    Kälteeinwirkungen verändern die Kerntemperatur des Körpers unter normalen Umständen nicht. Der Stoffwechsel kann im Interesse der Erhaltung normaler Werte zwischen 36 bis 37°C bis zum 20-fachen der Norm gesteigert werden. Zu Unterkühlung und Kälteschaden kommt es, wenn der Patient über längere Zeit schutzlos tiefen Temperaturen ausgesetzt ist, z. B. im kalten Wasser (Seenot), in großen Höhen (Bergnot).

    Pathogenese
    Der Stoffwechsel des Menschen bedarf einer Mindesttemperatur von 35,5°C. Hypothermie liegt vor, wenn die Kerntemperatur darunter liegt.

    Auf die Einwirkung von Kälte findet eine regulatorische Anpassung mit bis zum mehrfach gesteigerten Stoffwechsel, Tachykardie, Hyperventilation, peripherer Vasokonstriktion statt.

    Hält die Kälteeinwirkung weiterhin an, erschöpfen sich Energievorräte, so sinkt die Kerntempertur ab, bis bei Temperaturen unter 25°C der Tod durch Herzstillstand eintritt.

    Diagnose
    Die Diagnose umfasst die Bestimmung der Kerntemperatur, der Bewusstseinslage (Übererregung bis Bewusstlosigkeit), des Stoffwechsels (von maximal bis Herzstillstand), der Kreislaufparameter und der Atmung. Elektrolytbestimmungen geben über den Stoffwechsel an den Zellmembranen Aufschluss.

    Die Hypothermie wird in drei Stadien eingeteilt:

    Stadieneinteilung der Unterkühlung nach Rektaltemperatur
    erstes Stadium bis 35°C Stadium der Stoffwechselsteigerung (Blutdruck- und Pulssteigerung)
    zweites Stadium 35-30°C Stadium der Stoffwechseldepression (Blutdruck- und Pulsabfall)
    drittes Stadium < 30°C präfinales Stadium (Arrhythmien des Herzens - Kammerflimmern)

    Therapie
    Erste Hilfe: Diese beinhaltet im wesentlichen die langsame Wiedererwärmung in einem wohltemperierten Raum. Kreislaufüberwachung.

    Definitive Therapie: Infusion erwärmter Lösungen (37-42°C) dient dem Ausgleich von Wasser- und Elektrolytstörungen unter Laborkontrollen.