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Atemstillstand/Beatmung

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Ursachen

In etwa 90% der Fälle ist der Atemstillstand Folge eines Herz-Kreislauf-Stillstandes.
Ist der Kreislauf zusammengebrochen, dauert es etwa 60 Sekunden bis zum Atemstillstand.
In etwa 10% der Fälle geht der Atemstillstand dem Herzstillstand voraus, es dauert etwa 6-10 Minuten, bis der Herzstillstand eintritt.

Anzeichen für einen Atemstillstand

  • Bewusstlosigkeit
  • keine Brustkorbbewegung
  • keine hör- oder fühlbare Luftströmung
  • Zyanose
    Eine Zyanose (bläuliche Verfärbung der Haut) besteht nicht von Beginn an.
    Sie nimmt mit Dauer des Atemstillstandes zu. Erst nach ca. 1-2 Minuten ist eine Blaufärbung zu erkennen.
  • erweiterte Pupillen
Sehen, hören oder fühlen Sie nicht länger als 10 Sekunden, ob der Patient normal atmet!
Es besteht akute Lebensgefahr!
Ohne Sauerstoffzufuhr kann ein Mensch nur etwa drei Minuten überleben.
Vergeuden Sie deshalb nie kostbare Zeit, selbst den Notarzt zu rufen.
Beginnen Sie sofort mit der Atemspende!

Vorgehen

  1. Bringen Sie den Notfallpatienten in Rückenlage und knien Sie seitlich von ihm.
  2. Freimachen der Atemwege
    Der Esmarch-Handgriff wird zum Freimachen der Atemwege angewandt. Beidseits werden die mittleren 3 Finger an den Unterkieferwinkel unter direktem Ohrläppchenkontakt angelegt. Beide Daumen liegen zwischen Lippe und Kinn. Unter Überstreckung des Kopfes wird der Unterkiefer nach vorne gezogen. Dadurch hebt sich der Zungengrund und der Mund wird geöffnet.
    Inspizieren Sie zunächst rasch die Mundhöhle und räumen diese, falls erforderlich, aus (Erbrochenes, Blut, Zahnspangen etc.), damit die Atemwege nicht verlegt sind.
  3. Kontrolle, ob Fremdkörper die Atemwege verlegen
  4. Überstrecken des Kopfes
    Der Bewusstlose liegt auf dem Rücken, Sie knien seitlich daneben.
    Fassen Sie den Kopf mit einer Hand am Kinn, mit der anderen oberhalb der Stirn, überstrecken Sie den Kopf und halten ihn in dieser Stellung fest.
    In vielen Fällen kommt es bereits durch die Überstreckung wieder zur selbstständigen Atmung.

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  5. Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung
    Zeigt die Überstreckung keinen Erfolg, beginnen Sie sofort mit der Thoraxkompression. Nach 30 Kompressionen geben Sie zwei Atemspenden.
    Mund-zu-Mund-Beatmung
    Überstreckte Lagerung beibehalten, mit der Hand am Kinn den Mund öffnen.
    Tief Luft holen und die Ausatmungsluft etwa 1 sec in den Mund des Bewusstlosen blasen. Dabei mit der anderen Hand seine Nase fest umschließen und den Brustkorb beobachten, ob sich dieser hebt.
    Bei kleineren Kindern oder Säuglingen vorsichtig blasen, um Lungenverletzungen zu vermeiden.
  6. Kontrolle des Brustkorbes
    Kontrollieren Sie während des Luftholens nach jedem Atemstoß, ob sich der Brustkorb wieder senkt.
    Am Heben und Senken lässt sich die richtig durchgeführte Beatmung erkennen.
    Kommt es zur Spontanatmung, den Bewusstlosen in Seitenlage bringen und weiterhin sorgfältig beobachten, notfalls erneut beatmen.
(siehe: Herz-Kreislauf-Stillstand)