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| IMC Wiki | Amalgamfüllung

Amalgamfüllung

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Zusammensetzung der Amalgame

Amalgam war früher das klassische Füllmaterial für das Seitenzahngebiet, heute wird es aber zunehmend durch Komposite verdrängt.

Laut chemischer Definition sind Amalgame flüssige, knetbare oder feste Legierungen des Quecksilbers mit anderen Metallen.
Für zahnmedizinische Zwecke werden Legierungspulver aus Metall (Alloys), die vor allem Silber, Zinn und Kupfer enthalten, mit Quecksilber in der Regel im Verhältnis 1:1 vermischt und so zu Silberamalgam verarbeitet.
Amalgam besteht demnach zu 50 % aus Quecksilber und zu 50 % aus Metallspänen (Alloy). Die genaue Zusammensetzung des Alloys variiert und wurde im Laufe der technischen Entwicklung verändert:

Konventionelle Amalgame

Nachteil der früher verwendeten Amalgame (= konventionelle Amalgame) ist die Bildung der Gamma-2-Phase (γ-2). Die γ-2-Phase entsteht bei der Abbindereaktion des Quecksilbers mit dem Metallpulver und besteht aus einem Zinn-Quecksilber-Gemisch (Sn8Hg). Sn8Hg (γ-2-Phase) ist relativ instabil und zersetzt sich bei Kontakt mit Speichel (Korrosion); dabei werden Zinn und Quecksilber frei. Durch diese Korrosion kommt es zu Aufbiegungen und Verwerfungen an den Rändern der Amalgamfüllung, welche schließlich zu einem Abbrechen der Füllungsränder führen. Die Amalgamfüllung weist dann einen Randspalt auf und muss ausgetauscht werden.

Gamma2-freie (Non-γ-2) Amalgame

Die Zusammensetzung des Alloys der neuen als Gamma2-frei (Non-γ-2) bezeichneten Amalgame wurde dahingehend verbessert, dass die γ-2-Phase nicht mehr entsteht. Heutzutage sollten daher nur noch Gamma2-freie (Non-γ-2) Amalgame Verwendung finden.
Diese enthalten im Allgemeinen:
  • 40-70 % Silber (Ag)
  • 12-30 % Kupfer (Cu)
  • bis zu 32 % Zinn (Sn)
In Anlehnung an DIN 13904 kann man ganz vereinfacht Amalgame wie folgt einteilen:

Silberreiche Amalgame
Silber (Ag) min. 65 %
Zinn (Sn) max. 29 %
Kupfer (Cu) max. 15 %


Kupferreiche Amalgame
Silber (Ag) min. 40 %
Zinn (Sn) max. 32 %
Kupfer (Cu) max. 30 %

Neben der Zusammensetzung können sich Amalgame auch in der Morphologie des Alloys, d. h. in der Form der Metallspäne unterscheiden:
  • Späne bzw. Splitter
  • Kugeln
  • Mischtypen aus Spänen und Kugeln
  • kugelartige, tropfenförmige (sphäroidale) Partikel
Wird das Alloy mit Quecksilber vermischt, entsteht eine plastische Masse, die bei Zimmertemperatur innerhalb von ca. 10 min erhärtet. In dieser Zeit muss das Amalgam in die Kavität eingebracht, kondensiert und geschnitzt werden. Die Abbindegeschwindigkeit des Amalgams hängt von der Zusammensetzung der Legierung, der Partikelform, der Partikelgröße und der Anmischzeit ab. Nach ca. 10-12 h hat das Amalgam 90% der Endhärte erreicht.

Darreichungsformen der Amalgame

Unabhängig von ihrer Zusammensetzung werden Amalgame von den Herstellern in drei Darreichungsformen angeboten:
  • Kapselform für Trituratoren (Anmischgeräte),
  • Pulverform für Dosier- und Mischgeräte (Amalgatoren) und
  • Tablettenform für spezielle "Disperser" (Dosiervorrichtung).
Pulver- und Tablettenform haben den großen Nachteil, dass beim Nachfüllen mit freiem Quecksilber hantiert werden muss. Diese offenen Anmischgeräte, an denen Quecksilber und Metallspäne frei zusammen gemischt werden müssen, sollen aufgrund der Gesundheitsgefährdung durch Quecksilberdämpfe nicht mehr benutzt werden. Der MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatz Konzentration) für Quecksilber wird dabei überschritten. Ausschließlich Amalgame, die von der Industrie fertig dosiert in Kunststoffkapseln verpackt angeboten werden, sollten Verwendung finden. In einer Hälfte der Kapsel befindet sich das Quecksilber, in der anderen das Metallpulver. Getrennt sind die beiden Hälften durch eine Membran, die durch den Anmischvorgang im Triturator zerstört wird. Das Metallpulver durchmischt sich vollständig mit dem Quecksilber, ist dann zunächst plastisch und beginnt schnell zu erhärten.

Bei den Kapselsystemen werden drei unterschiedliche Größen angeboten:
  • Kapseln für einflächige Füllungen,
  • Kapseln für zweiflächige Füllungen und
  • Kapseln für dreiflächige Füllungen.
Die Auswahl der Kapselgröße richtet sich nach der Defektgröße des Zahnes.

Mischen (Trituration)

Die Kapsel der entsprechenden Größe wird in ein dafür geeignetes Mischgerät (Triturator) eingespannt. Der feste Sitz der Kapsel muss vor der Auslösung des Mischvorgangs überprüft werden. Es ist notwendig, dass die Mischzeit für jedes Gerät individuell eingestellt wird. Häufig beträgt die Mischzeit 5-10 Sekunden. Die ideale Mischzeit führt zu einer silbrig glänzenden Amalgamkugel, die sich sauber aus der Kapsel löst. Zu langes Mischen führt zum Kleben (insbesondere an der Folie der Membran) und verkürzt die Verarbeitungszeit. Zu kurzes Mischen ergibt ein mattes Aussehen und kann zu ungenügender Durchmischung führen.

Entsorgung

Amalgamreste und leere Amalgamkapseln müssen getrennt in speziellen Behältern entsorgt werden. Diese Behälter enthalten Fixiersalze oder andere chemische Substanzen, die Quecksilberdämpfe binden. Die Behälter sind ordnungsgemäß über die jeweiligen Herstellerfirmen zu entsorgen. Die entsprechenden regionalen Entsorgungsvorschriften sind zu beachten.

Legen einer Amalgamfüllung

Benötigte Instrumente und Materialien

  • 2 ml Spritze mit Lokalanästhetikum, lange Injektionskanüle für die Leitungsanästhesie, kurze Injektionskanüle für die Infiltrationsanästhesie
  • rotes Schnellaufwinkelstück
  • rotierendes Instrumentarium:
    • birnenförmige Diamantschleifer,
      normale Körnung (ohne Farbmarkierung),
      Feinkorn bzw. Feinstkorn (mit roter bzw. gelber Farbmarkierung),
    • ggf. kreuzverzahntes Hartmetallinstrument (zum Entfernen alter Amalgamfüllungen)
  • grünes Winkelstück
  • Rosenbohrer in verschieden Größen (z. B. ISO 010-018)
  • Multifunktionsspritze (Luft/Wasser)
  • großer und kleiner Speichelsauger
  • Watterollen (ca. 10 Stück)
  • Wattepellets (ca. 5 Stück)
  • Dappenglas mit z. B. H2O2 (3 %) oder CHX (2%) oder NaOCl (5%)
  • Phosphatzement (Pulver und Flüssigkeit)
  • Glasplatte
  • Zementspatel
  • Zementstopfer
  • ggf. Calziumhydroxidpräparat für die CP-Behandlung bzw. Indirekte oder Direkte Überkappung

  • Matrizenhalter mit passendem Matrizenband (z. B. Tofflemire)
  • passender Interdentalkeil aus Ahornholz, nach Größen farbcodiert,
    je zu füllenden Approximalraum wird ein Interdentalkeil benötigt
  • Amalgam in Kapselform
  • Amalgammischgerät für die Trituration
  • Amalgambrunnen
  • Amalgamapplikator/-pistole
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  • Kondensationsinstrumente (Amalgamstopfer)
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    • ggf. maschinelle Kondensationsgeräte, z. B. Bergendahl-Vibrator
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  • Amalgamschnitzinstrumente, z. B.
    • Cleoid/Cleoid (Kleeblattform)
    • Discloid/Cleoid (Scheiben- und Kleeblattform)
    • Wielandinstrument
    • Sprengelinstrument
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  • 2 Flaggenhalter mit Okklusionsfolie in verschiedenen Farben, z. B. schwarz und rot
  • Zahnseide
  • Brünierinstrument zur Adaption von Amalgam an den Kavitätenrändern
  • Fluorid (Produktbeispiel: Duraphat)

Behandlung im Überblick

  • Anästhesie
  • Entfernen der alten Füllung bzw. Primärpräparation
  • Kariesexkavation
  • Kavitätentoilette
  • Unterfüllung
  • Finieren der Füllungsränder und der Unterfüllung
  • Legen von Matrize und Interdentalkeil
  • Einbringen des Amalgams in die Kavität
  • Schnitzen der Amalgamfüllung
  • Okklusionskontrolle
  • Brünieren der Amalgamfüllung
  • Fluoridierung des Zahnes

Falldarstellung

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Politur einer Amalgamfüllung

Amalgamfüllungen müssen poliert werden, dies darf aber erst frühestens 24 h nach dem Legen geschehen.

Benötigte Instrumente und Materialien

  • großer und kleiner Speichelsauger
  • rotierende Instrumente für die Amalgampolitur (Beispiele):
    • Hartmetallfinierer
    • Arkansassteinchen
    • dunkler Abbakelch
    • heller Abbakelch
    • Brownie
    • Greenie
    • Supergreenie