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Epidemiologische Daten parodontaler Erkrankungen

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Inhaltsverzeichnis:



    Inzwischen wurde eine Vielzahl epidemiologischer Studien zur Verbreitung von Parodontalerkrankungen veröffentlicht. Gegenwärtig finden sich beispielsweise bei Pubmed über 50 Meta-Analysen zu den Suchbegriffen „periodontal epidemiology“. Ohne Einschränkung der Suchergebnisse sind bei diesen beiden Begriffen über 5000 Studien verfügbar.

    Ein Grundproblem bei epidemiologischen Studien ist wie zuvor angedeutet die mangelnde Vergleichbarkeit aufgrund unterschiedlicher Studiendesigns oder Studientypen.
    Auch wenn die Ergebnisse dieser Studien schwer zu vergleichen sind, weil sich die Untersuchungsmethoden oft deutlich unterscheiden, seien an dieser Stelle beispielhaft zwei wichtige epidemiologische Studien genannt.

    Eine sehr bekannte longitudinale Studie von Löe et al. beschäftigt sich über einen Zeitraum von 15 Jahren mit dem parodontalen Zustand tamilischer Teeplantagenarbeiter in Sri Lanka. Zu Beginn der Studie waren die Studienteilnehmer zwischen 14 und 31 Jahre alt. Die Besonderheit dieser Studie ist die, dass die Teilnehmer bisher an keinem Präventionsprogramm zur Vermeidung und Behandlung dentaler Erkrankungen teilgenommen haben.
    In der Originalstudie heißt es dazu: "Dicker Plaquebelag, reichlich Zahnstein und Zahnverfärbungen waren die Regel. So gut wie alle Zahnfleischregionen waren entzündet."
    Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Studienteilnehmer nicht an Karies erkrankten, sondern ihre Zähne nur aufgrund einer Parodontitis verloren.

    Es wurden drei Gruppen gebildet:

    Gruppe, Anteil der Studienteilnehmer mittlerer Attachmentverlust im Alter von 35 Jahren
    Zahnverlust
    mittlerer Attachmentverlust im Alter von 45 Jahren
    Zahnverlust
    Attachmentverlust pro Jahr
    rapide Progression (RP), 8 % 9 mm
    Beginn des Zahnverlustes mit 20 Jahren, mit 35 Jahren 12 Zähne verloren
    13 mm
    20 Zähne verloren mit 40 Jahren, mit 45 Jahren totaler Verlust der Zähne
    0,1-1,0 mm
    mäßige Progression (MP), 81 % 4 mm
    Beginn des Zahnverlustes mit 30 Jahren
    7 mm
    7 Zähne verloren
    0,05-0,5 mm
    keine Progression (NP) < 1 mm
    kein Zahnverlust
    < 1 mm 0,05-0,09 mm
    (Löe et al. 1986)

    In Deutschland ist die wichtigste Studie zur oralen Gesundheit die Deutsche Mundgesundheitsstudie.

    Die Daten der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie zeigen, dass Parodontalerkrankungen weit verbreitet sind und seit 1997 zugenommen haben. Bei Erwachsenen leiden 52,7 % unter mittelschweren (CPI Grad 3) und 20,5 % unter schweren Formen der Parodontitis (CPI Grad 4). Bei den Senioren sind 48,0 % von einer mittelschweren und 39,8 % von einer schweren Erkrankung betroffen.
    Als besondere Risikofaktoren für schwere Formen der Parodontitis erwiesen sich ein niedriger Bildungsstand und das Rauchen. Raucher mit niedrigem Bildungsstand hatten im Vergleich zum Durchschnitt der Altersgruppe ein um den Faktor 3,3 erhöhtes Risiko, an einer schweren Parodontitis zu erkranken. Schwere Formen der Parodontitis sind bei Männern häufiger als bei Frauen.
    (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde)
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    Quellen

    • Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Hg.): Deutsche Mundgesundheitsstudie - DMS IV - ein kurzer Überblick. Online verfügbar unter >> zum PDF
    • Löe, H.; Anerud, A.; Boysen, H.; Morrison, E. (1986): Natural history of periodontal disease in man. Rapid, moderate and no loss of attachment in Sri Lankan laborers 14 to 46 years of age. In: Journal of clinical periodontology 13 (5), S. 431–445