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Psychische Störungen F 3: affektive Störungen

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Inhaltsverzeichnis:



    F 3 Affektive Störungen
    F 3.0 manische Episode
    F 3.1 bipolare affektive Störung
    F 3.2 depressive Episode
    F 3.3 rezidivierend depressive Störungen
    F 3.4 anhaltende affektive Störungen

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    Affektive Störungen zählen zu den kybernetischen Läsionen, wobei in der Abstimmung zwischen den Zentren der emotionalen Verarbeitung und den kognitiven Rindenarealen Fehlsteuerungen vorliegen. Vieles spricht für Transmitterläsionen.

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    Robert Schumann’s Vater war ein „schwieriger Mensch“. Er war sensibel und oft traurig, dann wieder übertrieben euphorisch. Schumann’s Schwester litt an einer affektiven Störung, und starb durch Suzizid. Schumann’s Mutter litt an Schwermut. Robert fällt schon in jungen Jahren durch seine außergewöhnliche Begabung für Dichtkunst und Musik auf. Seine Leistungen schwankten aber zwischen Phasen der Euphorie, Schaffenskraft und Genialität auf der einen, lähmende Traurigkeit auf der anderen Seite. Er litt ganz offensichtlich an einer ererbten bipolaren affektiven Störung. Im Wechselspiel der Gefühle entstand sein großartiges Werk als Komponist und Interpret. Im letzten Dezennium seines Lebens mag eine geniale Phase des präparalytischen Stadiums der Lues hinzugekommen sein. Dieser erlag er 1856 sechsundvierzigjährig. Die letzten Klänge seines Reliquiems Op 148 Des-Dur erinnern den Unvoreingenommenen an Passagen des 4. Satzes der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven, allerdings der eine in seiner letzten manischen Phase, der andere in tiefster Depression. In dieser faszinierenden Stimmung schien der geniale Geist den kranken Körper zu verlassen.

    Definition
    Affektive Psychosen sind in Intervallen auftretende, meistens ohne Residuen verlaufende phasische affektive Störungen, häufig in zwei Richtungen: Manie (Hochstimmung) und Depression (Melancholie).
    Monophasische Verläufe betreffen Manie oder Depression, bipolare den Wechsel, regelmäßig oder unregelmäßig (einmal manisch/mehrmals depressiv oder umgekehrt).
    - familiäre Häufung; eineiige Zwillinge 70 %
    Der Krankheitsbeginn liegt meistens im 4. Lebensjahrzehnt.

    Ätiologie
    Es liegen genetische Häufungen und exogene Faktoren zugrunde. Biochemisch lassen sich Störungen der Neurotransmitterfunktionen nachweisen, Noradrenalin, Serotonin.

    Therapie
    Psychopharmakologische Behandlung. Die Therapie der Depression ist zwingend, weil in schweren Fällen eine deutliche Suizidgefahr besteht. Weitere Maßnahmen sind Schlafentzug und andauernde Psychotherapie.

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    Der Arzt Julius Robert Meyer litt von Jugend an an einer bipolaren affektiven Störung mit hypomanischen, manischen und depressiven Verstimmungen. Nach einer depressiven Phase entwickelte er, in der Physik noch weitgehend ungebildet, die Gesetze von der Erhaltung der Energie (Energie ist unzerstörbar, sie kann aber in verschiedene Formen umgewandelt werden, z. B. Bewegung in Wärme, wie bei den Bremsen des Automobils). Damit erzielte er, allerdings sehr spät, für ihn selbst zu spät, ein Ansehen in der Physik, welches mit Isaac Newton verglichen wurde. Seine Kinder erbten diese Erkrankung des Vaters (sein Sohn verübte Selbsttötung). Er selbst starb an den Folgen einer Lungenerkrankung.