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Psychische Störungen F 2: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen

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Internationale Klassifikation

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Übersicht der Kategorien schizophrener, schizotyper und wahnhafter Störungen einschließlich der charakteristischen Merkmale
F 2 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
F 2.0 Schizophrenie
F 2.0.0 paranoide Schizophrenie
F 2.0.1 hebephrene Schizophrenie
F 2.0.2 katatone Schizophrenie
F 2.0.3 undifferenzierte Schizophrenie
F 2.0.4 postschizophrene Depression
F 2.0.5 schizophrenes Residuum
F 2.0.6 Schizophrenia simplex
F 2.1 schizotype Störung
F 2.2 anhaltende wahnhafte Störungen
F 2.3 vorübergehende akute psychotische Störungen
F 2.4 induzierte wahnhafte Störungen (folie à deux)
F 2.5 schizoaffektive Störungen

Der Wahn kann in Wahnvorstellung und Wahnwahrnehmung unterteilt werden. In den Wahn können Halluzinationen, Illusionen, Sinnestäuschungen, eidetische Phänomene (bildhafte Halluzinationen), innere Stimmen eingehen. Wahn ist ein häufiger Begleiter von psychisch Kranken, insbesondere aber bei schizophrenen Psychosen, bei akuten organischen Psychosen, Depressionen, Delirien und chronischen Folgezuständen organischer Hirnschädigungen. Wahnentwicklungen treten auch bei Schwerhörigen auf.

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Friedrich Hölderlin, eine der großen poetischen Begabungen, fiel schon in früher Jugend durch seine sensitive Verwundbarkeit, durch Wirklichkeitsfremdheit, Fühlen und Leben in einer Märchenwelt auf. Hinzu kamen Melancholie, Trauer und die Ahnung von einer seelischen Krankheit. Er litt an einer Schizophrenie, deren Entwicklung sich in seinen Werken widerspiegelt. Am Ende geht ihm die Fähigkeit verloren, seine Gedanken zu lenken. Es folgen massive Erregungszustände, die stationäre Aufenthalte in psychiatrischen Abteilungen erforderlich machten. Er versank in katatone Antriebslosigkeit, völligem Untergang der Denkfähigkeit, lebte damit noch über 30 Jahre hinter den Gittern eines Hauserkers, dem "Hölderlinsturm", einer Stiftskirche am Neckar.

F 2.0 Schizophrenie

Ätiologie und Pathogenese
Etwa 1 % aller Menschen über 40 Jahre sind von schizophrenen Erkrankungen betroffen. Sie haben zahlreiche Ursachen: genetische (familiäre Häufung), konstitutionelle (leptosom-asthenisch) und Umfeldeinflüsse

Pathologie:
Primäre histologische Befunde konnten nie erhoben werden. Es liegen aber zahlreiche molekularbiologische Befunde vor. Die Hirndurchblutung und die Glukoseutilisation sind herabgesetzt, ebenso das Hirnrindenvolumen, präfrontale Dendritenatrophie, Synthesestörung von GABA, Überschuss von Dopamin, vielleicht auch an Serotonin (Halluzinationen).
Grundsymptome (nach E. Bleuler 1911)
- formale Denkstörungen wie Assoziation, Zerfahrenheit, Begriffszerfall, Denksperre
- Affektivitätsstörungen: inadäquate Reaktionen, Entscheidungsunfähigkeit, instabile Stimmung, Ratlosigkeit, Gefühlsverarmung, depressive Verstimmung
- Ich-Störungen: Desintegration von Denken, Fühlen, Wollen, Handeln - Autismus (= Rückzug aus der Wirklichkeit), Erleben des von außen gemachten und der Beeinflussung von Fühlen, Wollen und Denken
- akzessorisch (aufgesetzte) Symptome: Wahn, Halluzination, Katatonie (Störung der Motorik)

Für die postschizophrene Depression ist das Versinken des Patient in tiefe Depression nach dem Abklingen des akuten Stadiums charakteristisch.

Schizophrenes Residuum
Nach längerer Krankheitsdauer zeigen sich negative Symptome wie Affektverflachung, Persönlichkeitsstörungen.

Therapie
Neuroleptika, Elektrotherapie, Psychotherapie