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| IMC Wiki | Zentralnervensystem, neurologische Erkrankungen

Zentralnervensystem, neurologische Erkrankungen

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Neurologie und Psychiatrie sind Nachbarn

Erkrankungen und Verletzungen des Nervensystems waren früher unter der Bezeichnung Nervenheilkunde zusammengefasst. Heute ist diese aufgeteilt in das Gebiet Neurologie und Psychiatrie. Beide Fachgebiete befassen sich aber letztlich mit der Morphologie und Funktion der Neuronen und deren Vernetzungen.

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Die im Grenzgebiet befindlichen Erkrankungen werden im Abschnitt Neurologie nach neurologischen, also organisch begründeten Syndromen, die mit psychischen Störungen einhergehenden unter psychiatrischen Gesichtspunkten beleuchtet. So bleibt der Zusammenhang mit der betreffenden Gruppe und Kategorie erhalten.
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Neurologische Erkrankungen des Zentralnervensystems

Die Erkrankungen und Verletzungen des peripheren Nervensystems werden in Nervengewebe, Pathologie aufgeführt. Hierzu gehören die Mono- und Polyneuropathien.
Die Erkrankungen und Verletzungen des Zentralnervensystems werden, soweit sie in einem engen Bezug zur knöchernen Schädelhöhle und dem Rückenmarkskanal haben und das Verständnis der Erkrankungs- und Verletzungsfolgen nur unter Berücksichtigung der Lokalisation des Zentralnervensystems in geschlossenen Räumen und mit wenig verändertem Rauminhalt möglich ist, im Kapitel Zentralnervensystem, Metabolische und gewebliche Läsionen. Hierzu gehören die Raumforderung, z. B. durch Tumoren, Durchblutungsstörungen, Infektionen, Traumen, Liquor- und Bluttransportstörungen.
An dieser Stelle finden nur diejenigen neurologischen Erkrankungen Berücksichtigung, die einen engen Bezug zur Funktion der Zellen und Gewebe des Zentralnervensystems haben und insoweit auch mit psychischen Syndromen einhergehen können. Hierzu gehören etwa die Virusinfektionen und Prionkrankheiten.

Untersuchungsmethoden

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Neurologische Erkrankungen und Verletzungen des Zentralnervensystems sind einer klinischen Untersuchung meistens diagnostisch gut zugänglich (Sensibilität, Motorik, Reflexe, Vegetativum, Funktion der Hirnnerven und Sinnesorgane), weil sie Symptome in der Peripherie verursachen. Gezielte apparative Untersuchungen führen heute fast ausnahmslos zu einer exakten Diagnose einschließlich der Lokalisation (EEG, Liquordiagnostik, Röntgenübersichtsaufnahmen, Computertomographie, Magnet-Resonanztomogaphie, Positronen-Emissions-Computertomographie, Angiographie, Sonographie, Muskelbiopsien). Das Prinzip der Untersuchungsmethoden wird in der Kategorie Gesundheit und Krankheit erörtert.

Rückenmarksyndrome

Rückenmarksyndrome werden nach dem betroffenen Strang, der Höhe und der Höhenausdehnung terminiert.

Querschnittslähmung

alle Stränge - komplette Lähmung, Sensibilitätsverlust, vegetative Ausfälle (Harnretention), spinaler Schock, später spastische Lähmung

Brown-Séquard-Syndrom

halbseitige Rückenmarkschädigung
- auf der geschädigten Seite: zentrale Lähmung mit Verlust der Tiefensensibilität
- auf der Gegenseite: Schmerz und Temperatur (Nervenfaserkreuzung)

Zentrale Rückenmarkschäden

Vorderhörner- und Pyramiden-Seitenbahnschäden, periphere und zentrale Lähmung

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Die Lokalisation der Schädigung bestimmt die neurologischen Befunde. Im Vorderhorn sind sensorische, im Hinterhorn motorische Neuronen angesiedelt. Im Vorderstrang sind motorische, im Hinterstrang sensorische Leitungsbahnen lokalisiert. Die Höhenlokalisation, z. B, bei Trauma oder Einblutung, lässt sich durch die Zugehörigkeit der Symptome zu den Segmenten der Wirbelsäule festlegen, auch die Ausdehnung der Läsion. Halsmarkläsionen sind solche oberhalb von C 4, Brustmark von Th 1-12, die darunter liegenden sind Lumbal-, Kauda- und Konusläsionen.

Vegetative Syndrome

Vegetative Syndrome betreffen vor allem die Blasen- und Sexualfunktion, Störung der Schweißsekretion, aber auch Abweichungen in der Steuerung aller vegetativ versorgten Organe, wie z. B. Atmung, Kreislauf, Niere u. a.

Großhirnsyndrome

Diagnostische Hinweise auf Erkrankungen und Verletzungen des Großhirnes geben:
  1. Opthalmologische Syndrome, z. B. Pupillenmotorik
  2. Schädelbasissyndrome, z. B. Kleinhirnbrückenwinkel-Syndrom: Ausfälle des N. acusticus und vestibularis
  3. Lähmungen (zentral): Schlaffe Paresen mit Massenbewegungen (Pyramidenbahn), Spastik, Minderung der Kraft,
    6 Typen: Kortikale Monoparese (z. B. Arm oder Bein), kapsuläre Hemiparese (eine Körperhälfte), Dezerebration, das ist die funktionelle Abkoppelung des Hirnstammes von der Rinde (motorische Störungen, Trismus, aphallisches Syndrom), Tetraparesen und gekreuzte Hirnnervensyndome, Paraparesen.
  4. Stammgangliensyndrome (Parkinson-Syndrom: Akinese, Rigor, Tremor, Choreatisches Syndrom:
    rasche, flüchtige, nicht synergistische Zuckungen, Dystonisches Syndrom: langsame, unwillkürliche Tonussteigerungen, abnorme Haltung.
    Athetose: träge, wurmförmige Hyperkinesen, ballistisches Syndrom: einseitige, schnelle unwillkürliche Bewegungen.
  5. Sensibilitätsstörungen (pathologische oder fehlende Sensibilität)
  6. Reizsymptome (Parästhesien, Neuralgie, Kausalgie) Brennen, Stumpfschmerz (Amputationsstumpf), Phantomschmerz (Schmerzempfindung in amputierten Gliedmaßen)
  7. Anfallsymptome der Sensibilität können peripher, spinal, thalamisch, kortikal verursacht sein.
  8. Neuropsychische Syndrome: Aphasie (Sprache), Broca-Aphasie (Broca-Zentrum - nach Worten ringend), Wernicke-Aphasie (Wernicke-Zentrum - entstellt durch Paraphrasen, d. h. abweichende oder im Wortschatz nicht existente Wörter und Sätze) Globale Aphasie (spricht nicht).
  9. Zentrale Apraxie - Entstellte Bewegungsabläufe
  10. Neglect: motorische oder sensorische Vernachlässigung einer Körperhälfte
  11. Frontalhirnsyndrome: Akinetisches Syndrom =verminderter psychomotorischer Antrieb, "fronto-basales" Syndrom =Kritiklosigkeit.
  12. Demenzsyndrome
  13. Leitungsstörungen: Assoziationsfasern - Kommissurenfasern, Störungen der Hirnzentren einer Hemisphäre mit ganz verschiedenen Symptome (s. u.) bzw. Störungen der Verbindungen beider Hirnhälfte mit Symptomen, die der Zugehörigkeit der Fasern entspricht, z. B. Sehstörungen.
  14. Instinktbewegungen
    Das Greifen der Hände: Bei Säuglingen ist der Greifreflex normal. Bei Erwachsenen ist er Symptom einer allgemeinen Hirnschädigung etwa durch degenerative Veränderungen oder generalisierte Durchblutungsstörungen.
    Bei Thalamusschädigungen kann es zur Thalamushand kommen: Finger im Grundgelenk gebeut, im Interphalangealgelenk überstreckt.
  15. Pathologisches Lachen und Weinen
  16. Enthemmung des sexuellen und aggressiven Verhaltens.

Therapieansätze in der Neurologie

Die Ansatz der Behandlung in der Neurologie sind entsprechend der Vielfalt der Ätiologien zahlreich:
Ätiologie und Therapieansätze bei Erkrankungen des Zentralnervensystems, die mit Psychosyndromen einhergehen können
Läsionen
Ätiologie
Therapieansatz
Vaskuläre Läsionen, akut Normalisierung der vitalen Funktionen, z. B. Atmung, Blutdruck, Hirnödementwässerung, Infekttherapie, Antihypertensiva, Thrombolyse, Antikoagulation.
Vaskuläre Läsionen, chronisch Antikoagulation, Kreislaufregulation, gefäßchirurgische Eingriffe, z. B. Thrombendarteriektomie der Hirnarterien
Blutungen Beatmung, Hirndrucksenkung, Blutdrucksenkung, Normali-sierung der Gerinnung, Operation: Hirnstamm undThalamus, kontraindiziert im übrigen Hämatome größer als 4 cm im Durchmesser werden operiert.
Hirnvenenthrombosen Konservativ: Infekttherapie (Antibiotika), Antikoagulation, In Ausnahmefällen Sinusthrombektomie
Gefäßfehlbildungen Mikrochirurgische Angiomentfernung, Aneurysmaklammerverschluss, transvaskuläre Embolisierung, symptomatische Kavernom- und Angiomchirurgie
Aneurysmen, chirurgisch unzugänglich Transvaskuläre Verödung mit Platinspiralen
Arteriovenöse Fisteln Transvaskuläre Embolisierung oder Fistelokklusion
Hämangioblastome Operative Entfernung (vorherige Embolisation)
Spinale Gefäßfehlbildungen Endovaskulärer Verschluß
Subarachnoidalblutung Kompression des Aneurysmazunganges mit Gefäß-Klip
Krankheiten mit Anfallssymptomatik Epilepsien Nach sorgfältiger Herdsuche (fokale Epilepsie) bei Medikamententherapieresistenz: Chirurgische Resektionen, Resektionen des Temporallappens, Herdexzisionen. Im übrigen konservativ: Antiepileptika der neuen Generation
Synkopen bei neurologischen Erkrankungen Vaskulär, metabolisch, medikamentös, Hirnatrophien, Schlafapnoe:Medikamente: L-Dopa, Analeptika, Antikataleptika
Schlafapnoe Gewichtsreduktion
Schmerzen
Migräne (anfallartige Schmerzen)
Kopfschmerzen sind weit verbreitet
Therapie: Normalisierung des Lebensrhythmus Betarezeptorenblocker, Calciumantagonisten und Dopa-Antagonisten
andere Kopfschmerzen Beseitigung der Ursachen, z. B. Medikamentenabusus
Schwindel Behandlung der Ursachen, z. B. Innenohrdurchblutung
Psychotherapie
Menière-Krankheit Medikamentös und psychische Führung, ausnahmsweisechirurgische Durchtrennung des Nervus vestibularis
Tetanie Therapie der Ursachen und Auslöser:
Hypocalcämie und Alkalose (Vgl. Wasser- und Elektrolythaushalt)
Infektionen
Meningitis
Herdenzephalitis
Hirnabszess
Infekttherapie, Herdsanierung, Beseitigung des Eintrittsortes, z. B. Liquorfistel, bakteriologische Diagnose, gezielte Antibiotikatherapie, Abszesspunktionen, Entfernung mit Kapsel, nach offener Hirnverletzung Sofortmaßnahme
Virale und Prionkrankheiten Kortikoide, antivirale Therapie (z. B. Aciclovir), wennmöglich, aktive Immunisierung z. B. bei Arbovirusinfektionen in Zeckengegenden
Prionkrankheiten sind bis heute unheilbar
Krankheiten der Basalganglien, Morbus Parkinson Die Neuropharmakologie hat in dieser Krankheitsgruppezu zahlreichen Wirkstoffen geführt.
L-Dopa (Dopamin) passiert nicht die Gehirnschranke), Amantadin, Dopaminantagonisten, Anticholinergika
chirurgisch: Ausschaltung oder Stimulatorimplantation
Choreatische Syndrome Symptomatische Therapie unter strenger Kontrolle - keine kausale Therapie möglich
Tremor Betablocker
Demenzkrankheiten
Morbus Alzheimer
Die Therapie zielt auf die Behandlung bekannter organischer Ursachen, z. B. vaskulärer Läsionen
Cholinesterasehemmer werden versucht
vaskuläre Demenz Therapie wie bei den vaskulären Läsionen: Verbesserung der Durchblutung
Pick-Atrophie Sedierende Pharmaka
Schädel-Hirn-Rückenmark-Traumen Die Verletzungsfolgen werden chirurgisch versorgt (vgl. Körperhülle und Höhlen). Die Therapie von traumatisch entstandenen psychischen, motorischen und sensiblen Läsionen richtet sich nach Umfang, Lokalisation und Symptomatik der Residualherde, z. B. Exzision sekundärer Epilepsien und werden in den einzelnen Bilderbogen aufgezeichnet.