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Akuter Bauch, Besonderheiten bei Schwangeren

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    Physiologische und anatomische Veränderungen in der Schwangerschaft erschweren die Diagnostik, schränken den Einsatz von apparativen Untersuchungen ein (Röntgenstrahlen) und zwingen den Operateur zu einer zurückhaltenden Operationsindikation. Beim akuten Abdomen allerdings wird man aus mütterlicher vitaler Indikation sich ähnlich verhalten müssen wie außerhalb der Schwangerschaft. Die Operationsletalität ist bei Schwangeren allgemein erhöht. Häufig sind neben der Behandlung des Grundleidens Schwangerschaftsabbrüche aus vitaler Indikation unvermeidlich.
    Die klinische Diagnose, z. B. einer akuten Appendizitis, ist wegen der veränderten Lokalisation der Bauchorgane erschwert. Schwangerschaftstypische funktionelle Veränderungen, z. B. der Tonusverlust der glatten Muskulatur (Harnleiter, Magen-Darm-Trakt), erschweren die Differentialdiagnose (z. B. Appendizitis/Pyelonephritis). Sonst typische Palpationsbefunde, z. B. der Loslassschmerz bei Appendizitis, fehlen wegen der physiologischen Tonusminderung der Bauchmuskulatur.
    Aus all diesen Gründen verlangt die Beurteilung des akuten Abdomens bei Schwangeren eine vieljährige klinische Erfahrung. Hier ist immer der Senior des Chirurgenteams gefordert.