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Abdominale Blutungen

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    Abdominale Blutungen sind Blutungen in die Bauchwand, die Bauchhöhle und das Retroperitoneum, mit und ohne Anschluss an die freie Bauchhöhle. Ursachen von Blutungen in die Bauchhöhle sind überwiegend traumatische Verletzungen der parenchymatösen Organe, aber auch spontane Rupturen an Leber, Milz, Tube und Ovar. Das ausgetretene Blut sammelt sich in der Bauchhöhle (ip.), den Weichteilen (ep.) oder innerhalb der Hohlorgane (il.). Dieser Kategorie des akuten Bauches ist gemeinsam:
    Die Anamnese gibt meistens konkrete Hinweise. Anfängliche Schmerzen weichen nach kurzer Zeit einem allgemeinen abdominalen Unbehagen.
    Der Ort einer Gewalteinwirkung bleibt bei der Palpation schmerzhaft und gibt Hinweise auf die Lokalisation der inneren Verletzungen und die Blutungsquelle. Bei spontanen Blutungen bleibt der Ursprungsort dagegen häufig verborgen.
    Die Palpation des Abdomens ergibt Zeichen eines mäßigen Peritonismus mit leichter Abwehrspannung. Die Darmgeräusche sind anfangs normal, später sind perkutorisch gasgefüllte Darmschlingen über dem Flüssigkeitsspiegel nachweisbar. Der Patient ist blass, schwitzig, zentralisiert zunehmend kurzatmig. Die Pulsfrequenz steigt an, der Blutdruck sinkt ab, die Amplitude wird flach (Symptome des Schocks), er braucht Volumen!

    Diagnose:
    Die Diagnose "massive Blutung" lässt sich aus der Anamnese, z. B. Bauchtrauma, und dem klinischen Befund immer sicher stellen. Der Schockindex (Quotient von Pulsfrequenz und systolischem Blutdruck) gibt Hinweise auf den Blutverlust (normal 70/140 = 0,5 Verluste von etwa 25 % des Blutvolumens = 1,0, von mehr als 40 % = 1,5) (vgl. Vaskuläre Transportstörungen, Blutungen). Die Perkussion und Auskultation des Abdomens gibt vielfach Hinweise auf die Ätiologie, z. B. die Unterscheidung zwischen lokalisierter Blutansammlung oder Blut in der freien Bauchhöhle.
    Diagnostische Hilfsmittel: Diagnostische Hilfsmittel kommen wegen der Eilbedürftigkeit der Blutstillung nur begrenzt zum Einsatz, z. B. die Sonographie oder eine Punktion mit dem Nachweis freier Blutansammlungen.

    Therapie:
    Sofortmaßnahmen sind die intravenöse Infusion von Elektrolytlösungen, Plasma, Blut, sobald verfügbar. Bei stabilem Kreislauf (normalem Blutdruck, Frequenz nicht über 90) darf unter strenger Beobachtung zugewartet werden. Zahlreiche Blutungen kommen spontan zum Stillstand, z. B. bei Lebereinrissen. Das Blut wird aus der Bauchhöhle resorbiert. Geht es dem Kranken kontinuierlich schlechter, steigt die Pulsfrequenz an, sinkt der Blutdruck ab, ist eine chirurgische Blutstillung möglichst rasch, noch vor dem Eintritt eines Schockzustandes, zu beschließen.