Abb. 1
Only for registered users
Abb. 2
Only for registered users

| IMC Wiki | Peritoneum, Tumoren

Peritoneum, Tumoren

  • Start
  • Suche
  • von A bis Z
  • Kategorien

<< zurück

Inhaltsverzeichnis:



- Primäre Tumoren des Peritoneums sind das zystische Peritonealmesotheliom und das maligne Peritonealmesotheliom.
- Sekundäre Tumoren: Karzinose, Karzinommetastasen
- Benigne Mesotheliome bestehen aus zystischen Gebilden mesothelialer Zellen.
- Maligne Mesotheliome, zur Pleura im Mengenverhältnis 7:3 vorkommende Tumoren, wachsen flächenhaft und führen zur Entwicklung von hämorrhagischem Aszites.

Klinik:
Die Symptome sind anfangs äußerst diskret. Sie sind vor der Entwicklung von Aszites identisch mit denjenigen der chronischen Peritonitis. Mit der Entwicklung von Aszites wird die Erkrankung diagnostiziert, durch Aszitespunktion, zytologische Untersuchung oder Laparoskopie, Biopsie und histologische Untersuchung gesichert. Die Therapie der benignen Mesotheliome beschränkt sich auf eine symptomatische Behandlung:
  • Tumorverkleinerung
  • Befreiung von Eingeweiden aus dem Tumorverband
  • sparsame Darmresektionen
  • Umgehungsanastomosen
Maligne Mesotheliome sind grundsätzlich chirurgisch, zytostatisch und radiologisch nicht heilbar. Vereinzelt werden signifikante Lebensverlängerungen bei der intraperitonealen Anwendung radioaktiver Isotope, z. B. Radiogold, berichtet.

#pic#
Die Peritonealkarzinosen sind überwiegend Absiedlungen von Magen-, Gallenblasen-, Ovarial-, Kolon- oder Pankreaskarzinomen und deren kontinuierliche oder lymphogen gestreute Absiedlungen. Letztere bevorzugen den Douglasraum (Schlammfang des Abdomens) und das Mesenterium. Makroskopisch sind multiple kleine Knötchen, Aszites mit oder ohne Blutbeimengungen und Tumorkonglomerate typisch.

Klinik:
Überwiegend wird die Symptomatik durch das primäre Tumorleiden geprägt und der Befall des Peritoneums erst bei der Laparotomie entdeckt und histologisch nachgewiesen. In fortgeschrittenen Stadien führt der Aszites zu Kompressionssyndromen, Einschränkung der Darmmotorik, Konglomerattumoren und Passagebehinderungen, Darmverschluss und raschem Verfall des Zustandes des Patienten. In der präoperativen Diagnostik ist der Nachweis der peritonealen Aussaat durch Laparoskopie, was Inoperabilität bedeutet, wichtig.

Therapie:
Die Therapie besteht aus palliativen Eingriffen, z. B. Anlegen eines Enterostomas, um die Lebensqualität des Sterbenden zu verbessern. Chirurgische oder radiologische Maßnahmen sind frustran. Eine Chemotherapie intraperitoneal kann versucht werden. Hierzu werden verschiedene Chemotherapeutika über Portsysteme in die Bauchhöhle eingebracht.

Das Pseudomyxoma peritonei

#pic#
Das Pseudomyxoma peritonei entsteht aus muzinösen (schleimbildenden) Appendix- oder Ovarialtumoren. Sie wachsen schnell, fesseln den Darm und führen zu Passagestörungen bis hin zum kompletten Darmverschluss.

Klinik:
Die Klinik wird bestimmt durch die häufig massive Volumenzunahmen des Tumors. Symptome sind die Distention des Bauches, die Behinderung der Motilität des Darmes, Verschlusssymptomatik, Subileus, kaum Schmerzen, Kachexie.

Die Diagnose wird heute durch Laparoskopie mit Gewebeentnahmen gestellt.

Therapeutisch kommt lediglich die mehrfache Ausräumung der Tumormassen in Frage. Zahlreiche Substanzen zur intraperitonealen Anwendung konnten nicht überzeugen.