Abb. 1
Only for registered users
Abb. 2
Only for registered users
Abb. 3
Only for registered users
Abb. 4
Only for registered users
Abb. 5
Only for registered users
Abb. 6
Only for registered users
Abb. 7
Only for registered users
Abb. 8
Only for registered users

| IMC Wiki | Pneumothorax

Pneumothorax

  • Start
  • Suche
  • von A bis Z
  • Kategorien

<< zurück



Der Pneumothorax, eine Luftansammlung im Pleuraraum, führt zur Volumenverkleinerung der Lunge und geringeren Gasvolumina.

Pathogenese: #pic#
Die Lunge, meistens durch eine frakturierte Rippe verletzt, verliert Luft in den Pleuraspalt, die Lunge kollabiert teilweise (Teilpneumothorax) oder komplett. Die Atemfunktion wird von der gesunden Seite wahrgenommen. Wesentlich gefährlicher sind der offene und Spannungspneumothorax begründet durch die unterschiedlichen pathophysiologischen Abläufe (s. u.). Das für den Gasaustausch erforderliche Atemvolumen kann beim Teilpneumothorax des Jugendlichen alleine durch die Atemtiefe aufgebracht werden. Bei älteren Menschen wird dies durch Steigerung der Atemfrequenz erreicht. Bei starken Einschränkungen der Lungenfunktion kann auch der einfache Pneumothorax zum Atemnotsyndrom führen.

Symptome:
Zeichen des Thoraxtraumas (z. B. Weichteilverletzungen), Schmerzen (meistens punktuell über einer oder weniger Rippenfrakturen) ohne Instabilität oder mit Instabilität.
  • vertiefte und beschleunigte Atmung
  • diskretes oder deutliches Atemnotsyndrom
  • Atemexkursionen oft einseitig eingeschränkt.
Diagnose: #pic#
- klinische Symptome, Auskultation (fehlendes Atemgeräusch auf der verletzten Seite)
- Röntgen-Thoraxaufnahme: Lungenkollaps

Therapie:
Meistens sind Maßnahmen der ersten Hilfe nicht erforderlich, sondern kontinuierliche Beobachtung.

Definitive Therapie:
Saugdrainage, bei großem Gasleck: Thorakotomie, Parenchymverschluss, kleine Resektionen oder thorakoskopischer Parenchymverschluss

Der offene Pneumothorax

Definition: #pic#
Perforierende Thoraxwandverletzung mit Totalkollaps der Lunge auf einer der beiden Seiten. Letzeres führt in wenigen Minuten zum Tode.

Pathogenese:
Scharfe oder spitze Traumen durchtrennen die Thoraxwand, eröffnen den Pleuraspalt, zum Teil mit Organverletzungen.

Pathophysiologie:
Im Gegensatz zum geschlossenen Pneumothorax fehlt das konstante Gasvolumen im Pleuraraum, es findet bei In- und Exspiration beständig ein Druckausgleich zwischen diesem und der Außenwelt statt. Bei der Inspiration wird das Mediastinum durch den Unterdruck auf der gesunden Seite angesogen, bei der Ausatmung gleitet es in die Ausgangsposition zurück (Pendeln des Mediastinums). So kann sich die Lunge der gesunden Seite auch bei tiefer Inspiration niemals voll entfalten, die Atemzugvolumina werden kleiner, der relative Totraumanteil wächst. Es resultiert ein Atemnotsyndrom.

Symptome:
atemsynchroner Gasstrom durch eine offene Thoraxwunde, fehlende Belüftung der Lunge der verletzten Seite, trotz heftiger Anstrengungen sind die Atemexkursionen der gesunden Seite mit nur geringem Ventilationsvolumen verbunden; zunehmende Erschöpfung der Atemmuskulatur, Atemnotsyndrom, Hypoxie, Hyperkapnie, Azidose, Koma

Diagnose:
Klinik, Inspektion der Wunde, Auskultation, Röntgen-Thoraxaufnahme

Therapie:
Erste Hilfe: luftdichter Verschluss der Wunde, dadurch wird aus dem offenen ein geschlossener Pneumothorax, das Pendeln des Mediastinums stagniert, die Situation verbessert sich (es sei denn, es entwickelt sich ein Ventilpneumothorax).

Definitive Therapie:
Wundnaht, Saugdrainge

Ventilpneumothorax oder Spannungspneumothorax

Definition: #pic#
Es besteht eine Lungenverletzung (seltener eine Verletzung der Thoraxwand), welche sich entsprechend einem Ventil je nach dem Druck im Pleuraspalt öffnet oder schließt.

Pathophysiologie:
Durch die Verletzungsregion tritt Luft in den Pleuraspalt, es entsteht ein Pneumothorax. Durch den (Ventil-) Klappenmechanismus strömt Luft nur in Richtung Pleurahöhle (bei der Inspiration), kann aber nicht wieder austreten. Der Pleuradruck steigt bedrohlich an, das Mediastinum wird zur gesunden Seite verschoben, der akute Herztod tritt ein, wenn die Seitenverschiebung zu einer Funktionsstörung in der Ventilebene (Herzklappen) des Herzens führt.

Symptome:
stetig und sichtbar zunehmende akute Atemnot mit massiver Venenstauung (Halsvenen), Zyanose, häufig Emphysem der Halsweichteile; massiv extendierter Thorax, geringe Atemexkursionen, fehlendes Atemgeräusch auf der Verletzungsseite

Diagnose: #pic#
Der klinische Zustand ist unverkennbar. Letzte Zweifel werden durch eine Pleurapunktion beseitigt. Es entleert sich Gas unter hohem Druck (Bild), Röntgen-Thoraxaufnahme.

Therapie:
Erste Hilfe: Die Pleurapunktion und Entlastung des hohen Druckes ist lebensrettend.

Definitive Versorgung: #pic#
Saugdrainage, bei großem Gasleck: Thorakotomie und Parenchymnaht der Lunge, (Versorgung einer Thoraxwandverletzung)

Zwerchfellruptur

Pathogenese: #pic#
Massive stumpfe Thoraxtraumen (aber auch gezielte spitze oder scharfe Verletzung) führen zur Zerreißung oder Berstung des Zwerchfells aufgrund der Einwirkung hoher Drucke und/oder Zugspannungen (s. o.).

Pathophysiologie: #pic#
Das rupturierte Zwerchfell verliert seine Funktion als Atemmuskulatur. Es erlaubt Baucheingeweiden den Eintritt in die Thoraxhöhle mit Kompression der Lunge, Verschiebung des Mediastinums zur gesunden Seite. Es resultiert eine Herabsetzung des Atemzugvolumens, ein Atemnotsyndrom und in einigen Fällen (insbesondere ältere Individuen mit eingeschränkter Lungenfunktion) das hypoxische Koma.

Symptome:
- Zeichen der Gewalteinwirkung am Thorax oder Bauch, Tachypnoe, vertiefte Atmung, fehlendes Atemgeräusch über den kaudalen Lungenabschnitten (in der Regel links!)
- Zwerchfellrupturen werden vielfach übersehen!
- Ein ausgeprägtes Atemnotsyndrom fehlt meistens.

Diagnose:
klinische Untersuchung, Röntgen-Thoraxaufnahme, Kontrastdarstellung von Ösophagus, Magen, Kolon

Therapie:
Erste Hilfe: bei akuter Atemnot Intubation; nach Kreislaufstabilisierung des traumatischen Patienten erfolgt die operative Versorgung und Naht des Zwerchfelles nach Reposition der Bauchorgane.