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Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

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Definition

Als chronisch obstruktive Lungenerkrankung wird die nicht oder wenig reversible Obstruktion der Atemwege bezeichnet, die zumeist auf Grund eines Lungenemphysems oder einer chronischen Bronchitis entstanden ist.
Obstruktion bedeutet eigentlich den Verschluss und Verstopfung von Hohlorganen. In der Pneumologie wird unter Obstruktion eine Verengung der Bronchien mit Folge eines erhöhten Atemwegswiderstandes verstanden.

Synonyme:
COLD = chronic obstructive lung desease
COPD = chronic obstructive pulmonary desease

Ursachen

Der wichtigste ätiologische Faktor der chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen ist das Zigarettenrauchen, desweiteren eine berufs- und umweltbedingte Schadstoffbelastung.

Chronische Bronchitis:
Das Flimmerepithel der Bronchien ist zerstört. Die Schleimhaut der Bronchien ist atrophiert und kollabiert. Es entwickelt sich eine zunehmende Obstruktion.

Lungenemphysem:
Hier liegt eine irreversible Erweiterung der Lufträume distal der Bronchiolen infolge der Zerstörung der Wände vor. Die Wände der Lungenbläschen sind überdehnt oder durch häufige Entzündungen zerstört. Bei der Ausatmung wird durch den Verlust der elastischen Eigenschaften der Lunge eine Obstruktion verursacht.
Die Oberfläche des Lungengewebes ist erheblich dezimiert, da nicht mehr viele einzelne Lungenbläschen vorhanden sind, sondern nur noch ein größerer "Ball".

Symptomatik

Der Luftstrom ist vor allem beim Ausatmen behindert.
  • Atemnot
  • Husten
  • übermäßige Schleimproduktion, Auswurf
  • Gefühl der "Überblähung"
Der Patient mit COPD ist gekennzeichnet durch die Atemnot schon bei geringer Belastung.

Risikoreduktion bei der Behandlung

  • Jede weitere Reduktion der Sauerstoffaufnahme sollte vermieden werden.
    • aufrechte Lagerung des Patienten
    • keine Anwendung von Barbituraten und Narkotika aufgrund der atemdepressiven Wirkung (Foley NM 2000)
  • Dem Patienten auch subjektiv das Gefühl geben, dass er atmen kann und dass genügend Luft da ist:
    • möglichst keinen Kofferdam verwenden
    • Fenster öffnen
    • normale Anwendung von Lokalanästhetika, aber eine bilaterale Leitungsanästhesie am Foramen mandibulare oder am Foramen palatinum majus vermeiden
  • Der Patient sollte sein Dosieraerosol (Bronchospasmolytikum) mitbringen und während der Behandlung fühlen oder sehen.
  • Eine Möglichkeit zur Sauerstoffzufuhr mittels Nasensonde ist empfehlenswert.


Dokumente

> BTS Guidelines for the Management of Chronic Obstructive Pulmonary Disease.pdf


Quellen

  • Day MB (2000)   Managing the patient with severe respiratory problems   J Calif Dent Assoc 28:585-9, 591-3, 595-8
  • Foley NM (2000)   Chronic obstructive pulmonary disease   SAAD Dig 17:3-12