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Phosphat-Homöostasestörungen

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Phosphat ist zusammen mit Calcium Bestandteil der Knochenmatrix. Es liegt als Depot in einer Menge von 750-1000 g vor. Die frei verfügbare Masse dient in den Zellen als wichtiger Reaktionspartner des organischen Stoffwechsels und in Form des ATP-Systems als Hauptenergieträger für die meisten energieverbrauchenden Umsetzungen vor. Darüber hinaus sind Phosphate Puffersubstanzen. Die Serumkonzentration beträgt 0,8-1,6 mmol/l (2,5-4,5 mg/dl) mit breiter Streuung. In der Normalnahrung befinden sich 800-1200 mg/d. Sie werden im Dünndarm resorbiert und über den Darm und die Niere ausgeschieden. Die Regulation erfolgt renal, wobei Parathormon, Steroide, Natriumbikarbonat, Acetoacetat, Aminosäuren und die hypervolämische Harnproduktion zu vermehrter Ausscheidung führen. Hypercalcämie, Hypermagnesiämie und somatotropes Hormon senken die Ausscheidung.

Hypophosphatämie

Klinik:
Erhöhte renale Ausscheidung, Verluste durch den Darm (Erbrechen), ungenügendes Nahrungsangebot oder Resorption sowie Verlagerungen in die Zellen führen zur Hypophosphatämie. Tubuläre Erkrankungen gehen zum Teil mit Phosphatverlusten einher. Hyperaldosteronismus, Diuretika, Vitamin-D-Mangel begünstigen die Ausscheidung.

Symptome:
Anorexie, Muskelzittern, Schwäche, Delir, Ataxie, Krampfanfälle, Koma, Hypoventilation, Herzinsuffizienz (ATP-Mangel), Hämolyse, Thrombozyten- und Leukozytenabbau, Behinderung der O2-Abgabe in den Geweben

Diagnose:
Klinik, Laboranalysen

Therapie:
Notfall: Phosphat intravenös als Natrium- oder Kaliumphosphat, dann unter Laborkontrollen einschließlich der Calcium-, Magnesium- und Kaliumkontrollen weitere Phosphatinfusionen

Hyperphosphatämie

Renale Ausscheidungsstörungen oder überhöhte Aufnahme können zur Hyperphosphatämie führen. Vitamin D im Überfluss begünstigt die Phosphataufnahme, Niereninsuffizienz, Azidose und in dieser Situation existierender (meist sekundärer) Hyperparathyreoidismus steigern die extrazelluläre Phosphatkonzentration, ebenso wie der massive Zellabbau bei Trauma, Chemotherapie maligner Tumoren, Sepsis.

Symptome:
Die Symptome werden durch das bei Hyperphosphatämie übliche Calciumdefizit bestimmt (Konstanz des Phosphat/Calciumproduktes).

Therapie:
Steigerung der renalen Phosphatausscheidung durch Infusion physiologischer Kochsalzlösung und Acetazolamid, im Notfall und bei Niereninsuffizienz (Ausscheidungsstörung) Dialysetherapie