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| IMC Wiki | Arterialisierung, Störungen

Arterialisierung, Störungen

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Ventilations- und Perfusionsstörungen sind die wesentlichsten Ursachen der herabgesetzten Arterialisierung #pic#.
  1. normale Verhältnisse
  2. ventilatorische Verteilungsstörung
  3. hämodynamische Verteilungsstörung
  4. Hypoventilation (alveolär)
  5. Shuntverbindungen
  6. herabgesetzte Diffusionskapazität (hier verkleinerte Oberfläche)
  7. erhöhter Diffusionswiderstand (hier vergrößerte Wegstrecke)

Inspiratorische Hypoxie

Definition:
Abnahme des respiratorischen PO2 (Bergsteigen oder Fliegen in großer Höhe ohne Sauerstoffmasken).

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Die inspiratorische Hypoxie ist in den Alpen alltäglich. Beim Überschreiten von Höhen über 2000 m sinkt der alveoläre Sauerstoffdruck (PAO2) auf unter 50 % der Norm ab. Die Kompensationsmechanismen sind dann überfordert. Der arterielle Sauerstoffdruck (PaO2) sinkt ab. Sportler führen gelegentlich Höhentraining durch, weil dies zu einer kompensatorischen Zunahme der Zahl der roten Blutkörperchen führt. Dies ist dann im Wettkampf auf Normalhöhe von Vorteil, weil das Sauerstoffreservoir (Hämoglobin und Myoglobin) vergrößert ist.

Hypoxie durch alveoläre Minderbelüftung

Definition:
Herabgesetzte Atemvolumina durch verringerte Atemzugvolumen und/oder Atemfrequenz. Ursachen sind zentrale Atemstörungen (s. o.) mit geringem Atemantrieb, Lähmung der Atemmuskulatur (vor allem des Zwerchfelles), herabgesetzte Thoraxvolumina oder obstruktive Ventilationsstörungen (z. B. Asthma, Emphysem, Stenosen).

V/min ↓ → PAO2 ↓ → PaO2

PACO2 ↑­ → PaCO2



Die Folgen sind eine herabgesetzte Arterialisierung und CO2-Abgabe mit Hypoxämie und Hyperkapnie.

Diffusionsstörungen

Definition:
gestörter Gasaustausch zwischen Alveolen und Blut
Die Ursachen sind im wesentlichen:
  • pathologisch verminderte Austauschflächen (z. B. nach Pneumonektomie)
  • verringerte Kontaktzeit
  • Zunahme des Diffusionswiderstandes
Hier ist die Diffusionskapazität (DL) der Lunge = Gasaustauschrate bezogen auf die Differenz der Partialdrucke erniedrigt. Daneben ist die Perfusion der Lunge (Q) (O2-An- und CO2-Abtransport) von entscheidender Bedeutung für den effektiven Gasaustausch. Bei den Diffusionsstörungen ist die Arterialisierung wegen des physikalisch günstigeren CO2-Übertrittes mehr betroffen als dieser.

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Die prinzipiellen Ursachen der Diffusionsstörungen (Fläche, Zeit, Widerstand) können getrennt oder in Kombination vorliegen. In praxi liegen der Oberflächenabnahme Erkrankungen wie das Emphysem, der Zustand nach Lungenteilresektion oder Atelektasen, der kürzeren Kontaktzeit, eine Abnahme der Kapillaroberflächen, z. B. durch Mikroembolien und gesteigertem Flow durch die erhaltenen Gefäße, dem erhöhten Widerstand, das Ödem des Interstitiums, Proteinniederschläge oder Fibrosen zugrunde.

Ursachen von Diffusionsstörungen
verkleinerte alveoläre Oberfläche Atelektasen, Zustand nach Lungenteilresektion,
Fremdkörper, Tumorstenosen und -verschluss,
Entzündungen, narbige Schrumpfung,
chronische Obstruktion, Emphysem
verkleinerte kapilläre Oberfläche Lungenemphysem, Panarteriitis nodosa,
allergische Arteriitis, Lungenembolien
kurze Kontaktzeit Arterienverschlüsse, Thrombosen, Mikroembolien,
Gefäßfibrosen, Arterienkontraktion, Arterienspasmus,
Shunts, Addition des Shuntblutes mit dem arterialisierten
erhöhter Diffusionswiderstand Interstitielle Fibrosen (Sklerodermie, Lupus erythematodes),
interstitielle Pneumonie, chronische Stauungslunge,
allergische Alveolitis, Pneumokoniosen (Asbestose),
Fibrogranulomatosen (Sarkoidose, Miliartuberkulose,
Lymphangiosis carcinomatosa),
Zustand nach ARDS, Alveolarzellkarzinom,
Entzündliche Infiltrate

Intrakapilläre Diffusionsstörungen sind die Folge zu geringer Erythrozytenzahlen (Anämie) und erhöhter Viskosität (Dehydratation).