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| IMC Wiki | Präexzitationssyndrome

Präexzitationssyndrome

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Inhaltsverzeichnis:



    Präexzitationssyndrome sind nach der Definition vorzeitige Kammererregungen und -kontraktionen. Sie sind damit in etwa das Gegenteil des Reentry-Phänomens. Letzteres wird durch Blockierung von Nervenfasern ausgelöst und damit einer verspäteten Herzkontraktion, erstere durch eine beschleunigte Nervenleitung und vorzeitiger Kontraktion.
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    Ursache der vorzeitigen Herzmuskelerregung sind akzessorische (zusätzlich zu normalen) Nervenbündel zwischen den Vorhöfen und Herzkammern unter Umgehung des AV-Knotens. Im AV-Knoten wird die Nervenleitung verzögert. Die Erregung über die akzessorischen Bündel erreicht deshalb die Kammermuskulatur vorzeitig, vor der physiologischen Erregungsfront und löst die vorzeitige Systole aus. Dieses Syndrom tritt familiär gehäuft auf. Pathologisch-anatomisch handelt es sich um Entwicklungsstörungen des AV-Ringes (s. o.). Das Syndrom wird WPW-Syndorm nach den Erstautoren Wolff, Parkinson und White genannt.
    Es werden unterschieden:
    1. Akzessorisches atrioventrikuläres Bündel (Kent-Bündel)
    2. Atrio-His-Fasern (James-Bündel)
    3. Nodoventrikuläres, atriozirkuläres, nodofaszikuläres, faszikuloventrikuläres Bündel
    Diese zusätzlichen Faserbündel können stumm bleiben, wenn sich die Erregung mit der normalen Erregungsfront vereinigt. Es kann auf harmlose vorzeitige Kammerkontraktionen beschränkt bleiben oder aber zu Reentry-Tachykardien mit schweren Kreislauffunktionsstörungen, sogar bis zum akuten Herztod führen. Treten Beschwerden auf, kann eine medikamentöse Therapie als Akuttherapie mit Ajmalin und bei Vorhofflimmern mit hämodynamischer Instabilität eine Kardioversion erfolgreich eingesetzt werden. Langfristig ist bei Tachykardien die Hochfrequenzablation über Herzkatheter die Methode der Wahl. Dabei wird, oft mit Mühe, das akzessorische Nervenfaserbündel aufgespürt, lokalisiert (Mapping) und mit Hochfrequenzstrom zerstört. Nach geglückter Katheterablation ist der Patient beschwerdefrei. Die Definition von Herzrhythmusstörungen unterscheidet Erregungsbildungs- von Erregungsleitungsstörungen und primär kardiale von sekundären Herzrhythmusstörungen.

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    Die zahlreichen Ursachen der Herzrhythmusstörungen haben unterschiedliche Angriffspunkte. Die Erregungsleitungsstörungen im eigentlichen Sinne betreffen die sinus-atriale Überleitung, die atrio-ventrikuläre und die intermyozytäre Überleitung. Sie werden in drei Schweregrade unterteilt:
    1. Grad: verlängerte Überleitungszeit durch verlangsamte Überleitung ohne Systolenausfall = partieller Block.
    2. Grad: verlangsamte Erregungsleitung mit vereinzelten Systolenausfällen = partieller Block.
    3. Grad: vollständig unterbrochene Erregungsleitung = totaler Block.
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    Entsprechend der anatomischen Lokalisation der Störung und ihrer physiologischen Folgen werden folgende Blockformen unterschieden (s. Abb.).
    Linksschenkelblock links posteriorer Hemiblock
    links anteriorer Hemiblock
    Rechtsschenkelblock
    Kombinationen von Blockaden des rechten Schenkels mit linken sind Hemiblockformen.
    Das Äquivalent der Blockformen im EKG zeigt die Bilderfolge unter Rhytmusstörungen im EKG.

    Die Kardioneuropathien, primäre oder sekundäre Schädigungen der sympathischen oder parasympathischen Nerven, sind Folgen von Erkrankungen der Nerven selbst oder der Herzwand mit Nervenschädigung, z. B. bei Infarkt. Das Resultat ist die ungenügende Katecholamin- oder Acetylcholinproduktion an den Schaltstellen der Neuronen.